Sizilien - Der Süden und Südosten

Von Judith und Thomas

1 Woche Wander- und Kulturreise von Syrakus/Ortigia aus


Bild: Karte von Sizilien

Um den Süden Siziliens zu erkunden, empfiehlt es sich als zentralen Punkt Syrakus bzw. die Halbinsel Ortigia zu wählen, die touristisch gut erschlossen ist und ein kulturelles und historisches Kleinod ist.

Von dort aus haben wir diverse Wanderungen und Stadtbesichtigungen unternommen:

  • Stadtbesichtigungen: Syrakus/Ortigia, Agrigente (nur Tempelanlagen), Römische Villa, Noto (inkl. Noto Anica)
  • Wanderungen: Naturreservat Vendicari, Cava Grande del Cassibile, Nekropolen von Pantalica, Ätna (Süd)

Diese gelungene Mischung aus Natur, Kultur, Geschichte und sizilianischer Lebensart hat diesen Urlaub ausgezeichnet. 


Tag Aktion - Unternehmung - Sehenswürdigkeit
1. Tag - 01.11.

Syrakus

Naturschutzreservat Vendicari

2. Tag - 02.11.

Villa Romana del Casale

Scala dei Turchi

Agrigent

3. Tag - 03.11.

Naturreservat Vendicari

Noto Antica

Noto

4. Tag - 04.11.

Vesuv Ätna

5. Tag - 05.11.

Cava Grande del Cassibile

6. Tag - 06.11.

Nekropolen von Pantalica

7. Tag - 07.11.

Ortigia

Anhang

Zusammenfassung und Fazit

Zum Downloaden

Karte von Syrakus und Karte von Ortigia

  Ausführliche Berichte der einzelnen Tage

                Unsere Reise 


1. Tag

Die erste Nacht in unserer kleinen, hübschen Ferienwohnung war etwas gewöhnungsbedürftig, zwar war das Bett sehr bequem, aber die Geräuschkulisse der befahrenen Kopfsteinplasterstraße vor unserem Fenster etwas störend. Nach einem Regenguss am Morgen, ging es zunächst durch Syrakus, die dortigen Sehenswürdigkeiten bestaunen. 

Syrakus

2005 wurde Syrakus zusammen mit  Nekropole von Pantalice von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.  

Bild: Stürmisches Meer
Stürmisches Meer

 

 

Der Ausblick auf das stürmische Mittelmeer mit hoch spritzender Gischt war unerwartet und die Halbinsel Ortigia lag malerisch im schäumenden Meer.

Archäologischer Park

Der Park entstand 1952 bis 1955.

Da heute der erste Sonntag im Monat ist, war der Eintritt in den Archäologischen Park frei. 

Griechisches Theater

Bild: Griechisches Theater
Griechisches Theater

 

 

Mit einer Kapazität von 15.000 Zuschauern und einem Durchmesser von fast 140 m war es das größte Theater der Antike. Es wurde um 470 v.Chr. von Hiereon I. errichtet.

Latomia del Paradiso

Bild: Latomia del Paradiso

Latomien sind antike Steinbrüche. Heute ist der Steinbruch Latomia del Paradiso ein tiefliegender Garten. Zu Zeiten der Griechen handelte es sich dabei um künstliche Höhlen. Die damaligen Bauarbeiter benutzten den Kalkstein aus der Tiefe, da er besser zu bearbeiten war. Es entstanden große Höhlen, die mit Pfeilern, die aus stehengelassenem Material bestanden, abgestützt wurden. Wahrscheinlich im 16. Jahrhundert stürzten die Gewölbe bei einem Erdbeben ein.

Ohr des Dionysios

Bild: Das Ohr des Dionysos

Das Ohr des Dionysos befindet sich im Nordwesten der Latomia del Paradiso und ist eine künstliche Karsthöhle, die in den Kalksteinfelsen gehauen wurde. Mit einer Höhe von etwa 23 Metern und einer Länge von 65 Metern ist die Höhle ein monumentales Gebilde. Ihre Form und die gewölbte Decke sorgen für ein außergewöhnliches Echo - der Schall wird bis zu 16 Mal verstärkt.  

 

Der Name "Ohr des Dionysos" geht auf eine Legende zurück. Nach dieser Legende nutzte der Tyrann Dionysios I. (der im 5. Jahrhundert v. Chr. in Syrakus herrschte) die Höhle als Gefängnis für seine Feinde. Die Akustik der Höhle erlaubte es ihm angeblich, sogar die geflüsterten Gespräche der Gefangenen zu hören, da der verstärkte Schall zum Zuhörer zurückprallte. Obwohl es sich hierbei eher um eine Legende als um eine historische Tatsache handelt, hat die Geschichte Bestand und macht die Höhle bis heute geheimnisvoll.

Santuario della Madonna delle Lacrime

Bild: Santuario della Madonna delle Lacrime

 

 

Sehr interessant fanden wir auch die moderne Kirche Santuario della Madonna delle Lacrime, die wie ein Wahrzeichen Syrakus überragt und weithin sichtbar ist. Hintergrund ist eine unglaubliche Geschichte einer weinenden Madonnastatue, deren Analyse der Flüssigkeit ergab, dass diese menschliche Tränen wären. Das Ganze passierte 1953. Es ist der größte Wallfahrtsort auf Sizilien.

Bild: Kircheninnere

Monument to Syracuse Fallen in Africa

Bild: Kriegsdenkmal

 

 

Denkmal für die gefallenen Italiener in Afrika ist ein Denkmal aus der Zeit des Faschismus, das den Italienern gewidmet ist, die während des Äthiopischen Krieges starben.

Bild: Monument
Monument für die Gefallenen

Am Nachmittag wollten wir das Naturschutzgebiet Vendicari besuchen, wo es Flamingos geben soll. 

Naturschutzreservat Vendicari

Dort angekommen, blieben wir erst einmal im Auto sitzen, da es regnete und leicht gewitterte. Nach einer guten halben Stunde, inzwischen waren wir sogar schläfrig geworden, entschieden wir uns trotz des Regens loszugehen. 

Bild: Vogelbeobachtung
Vogelbeobachtung

 

Nun regnete es aber stärker und wir wateten durch tiefe Pfützen zu einem Vogelbeobachtungsunterstand. Einige Löffler stolzierten noch durch das Wasser, aber auch sie zogen sich bei zurück, als es dann wie aus Eimern goss. 

Wir gaben schließlich auf und fuhren durch tiefe Wassersturzbäche und Überschwemmungen auf den Straßen zurück nach Syrakus.

2. Tag

Am heutigen Tag hieß es schon um 6 Uhr aufstehen, denn wir hatten ein volles Programm geplant. Es ging mit dem Auto Richtung Agrigento, was je Fahrt ca. 3 Stunden dauert ... und die braucht man wirklich, denn die Straßen sind schlecht, insbesondere unzählige Baustellen nervten, bei denen man nur 40-50 Stundenkilometer fahren soll, aber fast alle mit mindestens doppelter Geschwindigkeit unterwegs sind.

 

Erstes Ziel war die Römische Villa bei Piazza Armerina. Da die gestrigen Gewitter und Regenfälle viel Regen und Schlamm mit sich gebracht hatten, erwischten wir leider auf dem Weg im Tal eine völlig verdreckte Straße mit nicht nur tiefen Pfützen, sondern auch zähem Schlamm, der unser Auto vollkommen verdreckte. Dann war auch noch das Scheibenwischwasser alle, so dass wir die nächste Tankstelle ansteuerten, dort nachfüllten und den Wagen erstmal in der SB Anlage gründlich abspritzten.

Das Wetter war noch leicht regnerisch und kühl - dort oben auf der Anhöhe der Villa nur um die 13 Grad. Es war noch wenig los, was wir sehr genossen, so hatten wir doch Ruhe die herrlichen Mosaike zu bewundern. Die damalige Baukunst ist sehr beeindruckend, welche technischen Kenntnisse es beispielsweise bei der Gestaltung der Badeanlagen und welche Kunst und Dekadenz es im römischen Reich doch schon gab. Uns fröstelte leicht in den kühlen Räumen und wir wärmten uns anschließend mit einem Cappuchino.

Villa Romana del Casale

In Piazza Armerina steht eine sehr gut erhaltene spätrömische Villa, die um 300 n. Chr. erbaut wurde. Sie ist ein wichtiges Denkmal des römischen Sizilien und berühmt für ihre Bodenmosaiken. Im Jahr 1997 wurde die Villa Romana del Casale von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt.

Die Thermen

Bild: Villa Roma del Casale

Vom monumentalen Eingang der Villa gelangt man direkt zu dem Thermenkomplex.

Bild: Mosaiken
Die "Bikinimädchen"

 

 

 

 

Die Villa ist mit außergewöhnlichen Mosaiken dekoriert, wie z.B. das bekannte Mosaik der "Bikinimädchen".

Zu sehen sind 10 junge Frauen, die Sport betreiben. 

Palästra (Turnraum)

Bild: Turnraum
Palästra (Turnraum)

 

Die Palästra (Turnraum) ist  mit einem Zirkusmosaik geschmückt. Detailreich dargestellt ist der Circus Maximus in Rom, in dem ein Rennen mit vier Quadrigen stattfindet, bei dem die grüne Partei (Prasina) gewinnt. 

Fußbodenmosaik

Bild: Mosaik

Im Vorzimmer, das Möglicherweise das Cubiculum (Schlafzimmer) war, findet man auf dem Fußboden viereckige Formen, stilisierten Sternen und Allegorien der Jahreszeiten in Kreisen gemustert, die ein Medaillon mit einem Liebespaar umgeben. Das Liebespaar stellt Adonis und Aphrodite dar. 

 

Der Gang der großen Jagd

Entgegen der Vorstellung von einer Jagd, wurde für die Tierfangaktion für die Spiele in Rom kein Tier getötet und die Jäger benutzten ihre Waffen nur zur Verteidigung. 

Bild: Fang von Nashörnern
5. Szene: Fang von Nashörnern am Nil

 

 

Die 5. Szene stellt den Fang von Nashörnern am Nil mit Fallen dar. Es sind typische rote Blumen und charakteristische Pagodengebäude zu sehen.

 

 

 

 

 

Danach ging es durch unzählige Baustellen Richtung Agrigento. 

Unser leckeres Mittagsessen

Bild: Pastagerichte

 

 

 

Unser Mittagessen nahmen wir zwischen Agrigento und Scala dei Tuchi im Restaurante Mediterraneo ein. Es gab Pasta und Thomas aß zum ersten Mal Seeigel.

Als wir nach dem Mittagessen In Scala dei Tuchi ankamen, empfing uns plötzlich der Sommer und es waren erfreuliche 25 Grad.  

Scala dei Turchi

Die Scala die Turchi ist ein aus Margel bestehender, monumentaler Felsen. Strahlend weiß und an bizarre Stufen erinnernd, ist der Ort zu einer Touristenattraktion geworden. Das hat dazu geführt, dass in den Sommermonaten der Touristenstrom reguliert werden soll. 

Bild: Scala dei Turchi
Scala dei Turchi

Man nennt die Attraktion auch "Treppe der Türken", vermutlich in Anlehnung an die Ähnlichkeit der Struktur zu den Formationen in Pamukkale in der Türkei oder aber weil der zweite Teil des Namens (Turchi) auf sarazenische Piraten zurückgehen soll, die im Volksmund "Türken" genannt wurden und bei Überfällen ihre Boote im Windschatten des Felsens verankert haben sollen. 

Bild: Strand

Wir nahmen in der heute noch angenehmen, aber nicht so starken Brandung noch ein Bad. 

Den Abschluss des tollen Tages bildete der Besuch der antiken, griechischen Tempelanlagen von Agrigent. 

Agrigent

Die herausragendste Sehenswürdigkeit Agrigents ist das sogenannte „Tal der Tempel“, das zu einem Archäologie- und Landschaftspark ernannt wurde.  Als „Tal“ erscheint es also nur aus der Perspektive von der Höhe der Altstadt auf die tiefer liegende Region. Der Archäologie- und Landschaftspark Tal der Tempel zeigt die Reste der antiken Stadt Akragas. 1997 wurden die archäologischen Stätten von Agrigent von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Tal der Tempel

Da es schon später Nachmittag war, hüllte die tief stehende Sonne die beeindruckenden alten Säulen, Steine und Anlagen in ein herrlich güldenes Licht. 

Concordiatempel

Bild: Concordiatempel
Concordiatempel

 

 

Der Concordiatempel wurde etwa 440 bis 430 v.Chr. errichtet und ist einer der besterhaltenen Tempel der griechischen Antike. 

Heratempel

Bild: Tempel
Heratempel

 

Der Tempel wurde ca. 406 v.Chr. von den Karthagern niedergebrannt. Im ersten Jahrhundert v. Chr. wurde er von den Römern wieder instand gesetzt. Heute stehen von den ehemals 34 Säulen noch 25 der Ringhalle.

Heraklestempel

Bild: Griechischer Tempel
Heraklestempel

 

 

Der Heraklestempel stammt aus der archaischen Zeit zu Beginn des 5. Jahrhunderts v.Chr.

Trümmer des Tempels sind über das ganze Areal verstreut.

Wir erreichten die letzte Anlage zum Untergang der Sonne und gingen dann an den künstlichen angestrahlten und beleuchteten Tempeln zum Parkplatz zurück. Das ist wirklich sehr empehlenswert, die Tempel bei Tages- und Nachtlicht zu erleben.

Girgentana Ziege

Bild: Ziege
Girgentana Ziege

 

 

Die Girgentana Ziege stammt ursprünglich aus der Provinz Agrigent. Die Stadt Agritgent hieß bis 1929 einmal Girigenti.  

 

Die Rückfahrt zog sich wie erwartet in die Länge und in der Ferienwohnung angekommen, gab es dann noch Brote, Wein und Mozarella mit Tomate.

3. Tag

Nach dem verregneten Versuch am Sonntag, das herrliche Naturschutzgebiet Vendicari kennen zu lernen, ging es heute erneut los. In Syrakus war es noch wolkig, Richtung Süden riss die Wolkendecke auf und die Sonne kam hervor. Wir parkten am Eingang des Naturschutzgebietes im Halteverbotbereich, da der eigentliche Parkplatz geschlossen war. 

Naturschutzgebiet Vendicari Wildlife Oasis

Das Naturreservat zwischen Noto und Pachino um die Mündung des Flusses Tellaro  ist das wichtigste Feuchtgebiet der Insel. Nach großen Protesten wurde das fGebiet 1977 zum Naturschutzgebiet und 1983 zum Naturreservat erklärt.  

Bild: Judith geht durchs Wasser
Rückweg

 

 

 

 

Durch die starken Regenfälle standen einige der Wege unter Wasser, man konnte aber am Strand entlang bzw. beim Rückweg zog Judith einfach die Schuhe aus und ging barfuß. 

Flamingos

Bild: Flamingos
Flamingos

 

Wie anders wirkte die Landschaft heute und auch die Flamingos waren in großer Vielzahl zu sehen von zartrosa bis zu grau, schwimmend, fliegend und mit staksigen Beinen im Wasser landend. 

Wir sehen außer den Flamingos auch noch Silberreiher, Haubentaucher, einen Falken und auch einige Kormorane. 

Thunfischfabrik

Bild: Thunfischfabrik
Thunfischfabrik

 

 

 

 

1884 wurde der Betrieb wegen zu geringer Produktivität eingestellt, zwischen 1914 und 1944 aber noch einmal aufgenommen. 

 

Torre Sveva

Bild: Befestigungsturm
Torre Sveva

 

 

 

Der Torre Sveva ist ein sehenswerter Befestigungsturm aus dem 15. Jahrhundert. 

Seebälle

Bild: Seebälle
Seebälle

Seebälle oder Meerbälle  sind meist runde, faserig-filzige Gebilde, die weltweit an Stränden zu finden sind und meist nach Frühjahrs- und Herbststürmen massenhaft auftreten können.

Bei Untersuchungen der Bälle fand eine Meeresbiologin der Universität Barcelona heraus, dass sie inzwischen zahlreiche Plastikteile in sich tragen. Durch diese Eigenschaft transportieren sie jährlich schätzungsweise 900 Millionen Plastikteilchen aus dem Meer an den Strand

Noto Antica

Nach einer Mittagspause mit leckerer Pizza in einer Bar am Straßenrand ging es nach Noto Antica, der Ruinenstadt des alten Noto, das 1693 durch ein Erdbeben zerstört worden war. Die Steine sind größtenteils überwuchert und unzählige Blumen verliehen der Landschaft einen frühlingshaften Hauch, der durch den Duft verstärkt wurde. Thomas fand einen wildwachsenden Zitronenthymian und auch Safrankrokusse sprießten aus dem Boden. Am Ende der Stadt liegt eine verfallene Kirche, die nach dem Erdbeben zum Gedenken der Opfer errichtet wurde. Eine sonderbare Atmosphäre herrschte im Inneren, lauter Schutt, nistende Tauben aber noch schöne Stuckwände und Malereien

                        Castello Reale                                 Chiesa e Collegio dei Gesuiti

Eremo di S Maria della Provvidenza

Bild: Ruine
Einsiedelei

Die Einsiedelei ist eine verfallene religiöse Anlage, die 1713 auf den Ruinen eines Vorgängerbaus errichtet, um die Opfer des Erdbebens von 1693 zu ehren. Einst Heimat eines Karmeliterinnenklosters, wurde das Gebäude verlassen und stark beschädigt..

Noto

Die Stadt wurde 1693 durch ein Erdbeben komplett zerstört und nach 1703 komplett wieder aufgebaut. 

Noto ist eine der spätbarockeren Städte des Val di Noto, die 2002 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde.

 

Zum Abschluss des Tages haben wir dann das neue barocke Noto besichtigt, eine geballte Ladung unglaublich schöner barocker Gebäude und unzähliger Kirchen. Die Stadt ist typisch für die Planung in quadratische Straßen aufgeteilt, enge Gassen wechseln sich mit prachtvollen Straßen ab. 

Kathedrale San Nicoló

Aus der Kathedrale zog ein Zug von Trauernden, die dem Sarg für eine Beisetzung folgten. Langsam wurde es dunkel, wir aßen noch ein leckeres Eis und besichtigten das hübsche kleine Theater bevor wir zurück nach Syrakus fuhren.

4. Tag

Das heutige Ziel war der Ätna, den wir von der Südseite aus erleben wollten. Wir fuhren abermals frühmorgens los, was eine gute Entscheidung war, da zum einen das Wetter uns mit strahlend blauem Himmel verwöhnte und es erst zum Mittag hin durch die Verdunstung des Schnees zuzog. Zum anderen sind natürlich um diese Zeit noch wenige Touristen unterwegs. 

Vesuv Ätna

Bild: Unimog Touristenbusse
Unimog Touristenbusse

 

 

Wir nahmen die Seilbahn am Refugio Sapienza und fuhren dann mit einem der Unimog Touristenbusse hoch zum Krater, wo wir zunächst dem Führer folgten und die beiden Krater am Torre del Filosofo umrundeten.

Dieses sind die Krater, die 2002 ausgebrochen waren. Die Lavalandschaft ist beeindruckend und durch die Hitze steigen Wasserdämpfe auf. Wenn man an einigen Stellen die Hand auf den Boden legt, spürt man die Wärme. Generell ist dieser Bereich relativ ungefährlich, Gase sind erst in Richtung Hauptkrater zu erwarten, wenngleich an einer Stelle die Luft die Atemwege reizte und wir viel husten mussten.

Bild: Krater
Bild: Krater

Die ca. 400 Höhenmeter (4,5 km) zurück zur Bergstation der Seilbahn legten wir dann zu Fuß zurück quer über schwarze Lavafelder und Schneeflächen, die von unten durch den teilweise warmen Boden schmelzten. Das Highlight aus unserer Sicht war jedoch der Krater des Monte Escriva (Ausbruch 2001), den wir zum Schluss bestiegen und umrundeten. Herrliche Farbspiele von roter, gelber und lila farbiger Lava lassen den Krater leuchten und es dampfte aus alle Ecken. Auf einem warmen Stein sitzend mit Blick in den Krater, aßen wir unsere mitgebrachten Brote, bevor wir wieder zurück zur Seilbahn gingen.

Bild: Krater

Zur Information, die Seilbahnfahrt inkl. Unimog-Tour und obligatorischem Führer kostet 62 € pro Person, Parken kostet 6 €.

Am späten Nachmittag schlenderten wir dann durch Ortigia (s. unten) und aßen am Abend in einer landestypischen Osteria (s. Spezial Ortigia).

5. Tag

Bild: Wanderer

Cava Grande del Cassibile

Die Wanderung durch den "Grand Canyon" von Sizilien war ein weiteres Highlight unserer Sizilienwoche. Die Fahrt von Syrakus aus dauert eine gute dreiviertel Stunde, das letzte Stück geht eine nicht endende Serpentinenstraße hoch, d.h. sogenannte Tornanti. Der Parkplatz inkl. Restaurant und Laden hatte in der Nebensaison geschlossen, aber wir konnten dort kostenlos parken. Wir liefen wie bei der Rother Wanderung Nr. 47 geplant, erstmal über einige Sträßchen auf der Hochebene los. Viele verlassene Sommerhäuser, nicht fertiggestellte Bauruinen oder alte verfallene Bauernhäuser säumten den Weg. Nach gut zwei Kilometern ging es einen Feldweg nach rechts und wir durchquerten einen Bauernhof, wo Ziegen und Schafe gehalten wurden. Kleine süße Zicklein waren auf einer Weide und noch süßere junge Welpen liefen uns über den Weg. Der Bauer trieb seine Ziegenherde zu saftigen Grashängen, denn das feuchte Herbstwetter ließ hier alles grünen und sprießen. 

Riesige Gänseblümchen, unzählige Safrankrokusse und sogar niedliche Alpenveilchen und Schneeglöckchen erfreuten unser Auge. Nach einer schönen Aussicht auf das Tal ging es dann steil hinunter. Unten im Tal angekommen, verlockte uns ein Baum mit sizilianischen Khakifrüchten zum Naschen. Nun ging es auf schmalen Pfaden den Fluss entlang, umgeben von üppiger Vegetation. Bei einem ersten Abstecher direkt an das Wasser sahen wir eine Sumpfschildkröte. Schließlich erreichten wir eine schöne Badestelle im Fluss, wo wir uns ganz kurz im eiskalten Wasser jauchzend abkühlten. Leider konnten wir nicht den gesamten Weg der Schlucht folgen, da uns eine Absperrung vermuten ließ, dass hier der Weg nicht passierbar sei. Deshalb gingen wir wieder hoch zurück zu dem Aussichtspunkt.

Diese Tour ist wirklich eine Empfehlung, auch wenn wir nicht die ganze Strecke in der Schlucht gelaufen sind, die im Sommer - wenn der Parkplatz und Schluchteneingang geöffnet hat - sicher auch toll ist.

Bild: Landschaft mit Schafen

Auf dem Weg zurück besichtigten wir noch den Friedhof von Syrakus.

6. Tag

Nekropolen von Pantalica

Bild: Nekropolen von Pantalica

Die Nekropolen von Pantalica sind ein faszinierendes Zeugnis der Menschheitsgeschichte. Das Tal liegt im Hinterland von Syrakus und ist nur mit dem Auto zu erreichen, die Fahrt dauert eine Stunde.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Nekropole schwierig zu erreichen. Es fahren Busse von Syrakus zu den Eingangsorten Ferla und Sortino. 

Wir parkten beim nördlichen Eingang, wo auch ein Wärterhäuschen ist und wir informiert wurden, dass die Rundwanderung (wie im Rother Nr. 45 beschrieben), nicht begehbar ist und wir die gleiche Strecke wieder zurück gehen mussten.  

Bild: Die Grabkammern von Nekropolen
Die Grabkammern von Nekropolen

 

 

Ein herrlicher Ausblick über das Tal mit den unzähligen Nekropolen eröffnete sich uns. Im Tal liegen mehr als 5000 Nekropolen (Grabkammern), die zwischen dem 13. und 8. Jahrhundert vor Christus entstanden sind, als Familiengrabstätten gebaut und in frühchristlicher Zeit teilweise als Wohnungen genutzt und zu Kirchen umgebaut wurden.

 

 

 

 

 

2005 wurde Nekropolen von Pantalica gemeinsam mit Syrakus von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt. 

Zunächst ging es bergab und wir querten einen kleinen Fluss, um kurz darauf wieder steil bergan zu steigen. Wir erreichten einen weiteren Parkplatz und eine kleine Straße. Dort fanden wir zu unserer großen Faszination eine Gottesanbeterin, die gerade eine gefangene Heuschrecke fraß. Auch die sonstige Insektenwelt mit unzähligen Schmetterlingsarten war beeindruckend.

Bild: Kühles Bad
Kühles Bad

 

 

 

Nun stiegen wir ins Tal zum Fluss Anape hinab, wo wir an einem hübschen Platz unser Vesper aßen und uns im kalten Wasser abkühlten.

 

 

 

 

Im Anschluss ging es wieder steil hinauf zum höchsten Punkt der Wanderung, einer alten Ruine Anakron, einem Herrenhaus von 1.100 v. Chr., um danach den gleichen Weg zurück zum Ausgangsort zu nehmen.

Generell würden wir die Tour eher als rot einstufen,  da sie relativ anstrengend ist mit insgesamt 740 Höhenmetern, bei teils ausgesetzten Wegen. Im Hochsommer würden wir bei Hitze von einer längeren Wanderung abraten.

7. Tag

Ortigia

Die Halbinsel Ortigia ist die historische Altstadt von Syrakus. In der Antike war Syrakus über mehrere Jahrhunderte die größte und mächtigste Stadt Siziliens und dessen kulturelles Zentrum. Syrakus wurde  734 v. Chr. gegründet, der barocke Stil von Ortigia ist ähnlich wie Noto auf den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 zurückzuführen.

Ortigia am Tag

Bil: Kathedrale Santa Maria delle Colonne
Kathedrale Santa Maria delle Colonne

Aber auch an einigen Nachmittagen konnten wir noch viele der Sehenswürdigkeiten besichtigten. U.a. hat uns die Kathedrale Santa Maria delle Colonne beeindruckt, die auf dem griechischen Tempel der Minerva aufgebaut ist und eine faszinierende Mischung aus Antike und Christentum bietet.

Bild: Innenansicht
Innenansicht
Bild: Fassade Palazzo Beneventano del Bosco
Fassade Palazzo Beneventano del Bosco

Der Palazzo Beneventano del Bosco wurde zwischen 1779  und 1788 erbaut. Am hinteren Abschluss des Innenhofs befindet sich eines der schönsten Treppenhäuser ganz Siziliens. 

 

Wir haben zwei Museen besichtigt, das Marionettenmuseum und das Papyrusmuseum, das die Geschichte des Papyrus aufzeigt, der im Übrigen auch in der Nähe von Syrakus an den Ufern des Flusses Ciane wächst und im 18. Jahrhundert wirtschaftliche Bedeutung besaß.

Am letzten Tag sind wir noch über den Markt von Ortigia geschlendert, haben die frischen Fische und Meeresfrüchte bestaunt,  Pistaziencreme und Strattu (hochkonzentriertes Tomatenmark, eine sizilianische Spezialität) gekauft.

Ortigia bei Nacht

Bild: Panorama Castello Maniace an der Südspitze der Isola d'Ortigia
Panorama Castello Maniace an der Südspitze der Isola d'Ortigia

Wir sind während unserer Urlaubstage oft abends durch die hübschen Gassen der Altstadt gelaufen, haben uns am besonderen Flair der beleuchteten Gebäude erfreut und anschließend lecker gegessen.

Anhang

Zusammenfassung und Fazit

Reisezeit: Die Reisezeit im Herbst/Spätherbst - wenn hier in Deutschland schon das neblige Novemberwetter herrscht - können wir sehr empfehlen, wenn man etwas gemäßigtere Temperaturen und weniger Hitze mag. Das Risiko zu dieser Jahreszeit ist jedoch, dass es auch Tage mit heftigen Regenfällen geben kann. 

Unterkunft: Wir hatten uns für Syrakus/Ortigia aus zweierlei Gründen entschieden. Zum einengefiel uns die relativ günstige Lage, um die verschiedenen Touren im Süden Siziliens zu unternehmen, zum anderen ist Ortigia eine sehr hübsche, barocke Stadt auf einer Halbinsel, die viel Sehenswürdigkeiten bietet. Es gibt unzählige hübsche Ferienwohnungen/ Apartments in Ortigia, wir haben jedoch eines noch in Syrakus (also bevor es über die Brücken auf die Halbinsel geht) entschieden, weil das Parken in Ortigia äußerst schwierig ist. Nur die mit weißen Strichen gekennzeichneten Parkflächen sind frei, bei den blau gekennzeichneten müssen Parkkartentickets verwendet werden. Unsere Wohnung lag an einer Hauptstraße Corso Umberto im ersten Stock, war sehr liebevoll eingerichtet und großzügig geschnitten. Nur der Verkehrslärm durch das Kopfsteinpflaster war gewöhnungsbedürftig.

Mietwagen: Ein Mietwagen ist aus unserer Sicht notwendig, weil es gerade zu den abgelegenen Wandergebieten keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt. Zu dieser Jahreszeit gibt es sehr günstige Angebote, unser Mietwagen (Fiat 500) hat für die 7 Tage, inklusive Zusatzfahrer und aller Versicherungen ohne Selbstbeteiligung nur 127 € gekostet.

Essen: Wie gut die sizilianische Küche ist, kann sich wohl jeder vorstellen. Wir haben in diversen, leckeren Restaurants abends in Ortigia gegessen, uns im Supermarkt mit toller Wurst und Käse versorgt. Und als Highlight gab es zum Ausklang des Abends immer Pistazien- und Cheesecake-Eis in der Eisdiele nebenan.

Wanderungen: Auch wenn es einige schöne Wanderungen im Rother Reiseführer für Sizilien gibt, muss man bedenken, dass Sizilien eigentlich kein typisches Wanderland ist. Oftmals sind Touren durch Erdrutsche nicht mehr begehbar und auch wir mussten hier flexibel sein.

Kultur: Die gelungene Mischung aus Natur und Kultur bleibt bei diesem Urlaub für uns in Erinnerung. Die Jahrtausende alte Geschichte hat auf Sizilien viele Spuren hinterlassen, beginnend mit der Bronzezeit, über die Griechen, Römer, um dann in barockem Reichtum vergangener Zeiten ein architektonisches Zeugnis zu hinterlassen.


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Karte von Syrakus und Karte von Ortigia

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Ausführliche Berichte der einzelnen Tage

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Ausführlicher Bericht des 1. Tages
01.11.2015 Syrakus, Unwetter Vendicari,
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Ausführlicher Bericht des 3. Tages
03.11.2015 Naturpark Vendicari, Noto Ant
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Ausführlicher Bericht des 5. Tages
05.11.2015 Cava Grande del Cassibile, Fr
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Ausführlicher Bericht des 2. Tages
02.11.2015 Villa Romana del Casale, Scal
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Ausführlicher Bericht des 4. Tages
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Ausführlicher Bericht des 6. Tages
06.11.2015 Nekropole von Pantalica.pdf
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