Sizilien - der Westen

Von Judith und Thomas

 

Wir haben Westsizilien in 9 Tagen mit einem Leihwagen vom Standort Trapani erkundet. Unsere täglichen Aktionen, Unternehmungen und Sehenswürdigkeiten mit vielen Anregungen und Tipps könnt ihr hier lesen.

Karte von Westsizilien

Karte von Westsizilien
Karte von Westsizilien
Tag Aktion - Unternehmung - Sehenswürdigkeit
1. Tag - 25.10.

 Flug und Ankunft in Trapani

2. Tag - 26.10.

 Ausflug nach Erice und Bummel durch Trapani

3. Tag - 27.10.   Achäologischer Park Selinunte
4. Tag - 28.10.   Trapani
5. Tag - 29.10.  Saline Culcasi und Mazara del Vallo
6. Tag - 30.10.   Wochenmarkt in Trapani und Marsala
7. Tag - 31.10.   Mozia
8. Tag - 01.11.   Palermo
9. Tag - 02.11.   Rückflug
Zusammmenfassung   Fazit

1. Tag

Ankunft in Trapani

Unser Direktflug von Frankfurt nach Palermo ging um 8:25 los und wir landeten kurz nach 10:30 in Palermo, wo wir unseren Mietwagen abholten.

Sizilien empfing uns mit warmen und sonnigen Wetter, wenngleich es auch relativ windig war.

Wir fuhren von Palermo aus ca. 1,5 h nach Trapani, wo wir uns eine schöne Ferienwohnung mit Meerblick für eine Woche gemietet haben. Zwischendurch haben wir eine Kleinigkeit in Alcamo gegessen.

Blick aus unserer Ferienwohnung in Trapani
Blick aus unserer Ferienwohnung in Trapani

Am Abend bummelten wir durch Trapani und genossen die abendliche Lebendigkeit des Ortes. Hübsche Restaurants und die typischen Andenkenläden, beleuchtete Fassaden, das dunkle Meer mit einigen Gischtkronen. Es waren viele Leute unterwegs, zum bummeln, Essen gehen, aber auch Nachtschwärmer, die ausgehen wollten. Überall hörten wir die anmutige italienische Sprache und freuten uns, dass es insbesondere zu dieser Jahreszeit wohl wenige Touristen gibt.

2. Tag

Ausflug Erice und Bummel durch Trapani

Blick auf Trapani, im Hintergrund die Ägadischen Inseln
Blick auf Trapani, im Hintergrund die Ägadischen Inseln

Man kann das Bergdorf Erice, das ca. eine halbe Stunde Autofahrt von Trapani entfernt liegt, auch mit einer Seilbahn erreichen. Wir zogen jedoch die malerische Serpentinenstraße vor, unter anderem auch, weil wir nicht so gerne eine so lange, hoch geführte Seilbahn fahren wollten.

Wir fuhren so gegen halb neun Uhr am Sonntag morgen los und es war noch wunderbar ruhig. Die Straße hoch nach Erice führt in vielen Serpentinen und bietet spektakuläre Ausblicke, die nur noch von den Ausblicken oben von Erice aus übertroffen werden. 

Bergdorf Erice

In Erice fanden wir zu dieser frühen Zeit noch problemlos einen Parkplatz (1 Stunde parken kosten dort 2 €) und konnten durch das noch relativ leere wunderhübsche Dorf bummeln. Sehr enge Gassen mit Steinen gepflastert und Steinhäuser bilden ein unüberschaubares Gewirr, durch das wir bummelten, mal hier entlang und da entlang, denn auch eine Karte hilft nicht sehr. Im Ortsinneren gibt es viele Steinhäuser, von außen unscheinbar und ab und an offenbart sich durch Tore ein Blick in hübsche Innenhöfe. 

Einige Cafés und Andenkenladen öffneten allmählich. 

Castello di Venere

Das Castello di Venere ist eine Burg im normannischen Stil aus dem 12./13. Jh.. Mit der Burg verbunden sind die Torri del Palio, die Wachtürme. 

Kirche San Giuliano

Nach dem Castello besichtigten wir noch die Kirche San Giuliano. Nach einem Cappuccino und einem Stück Kuchen in der Pasticceria Maria Grammatico ging es wieder zurück nach Trapani.

Am Nachmittag erkundeten wir weiter Trapani und liefen bis zum Fischereihafen, unterwegs gab es natürlich wieder einmal ein leckeres Eis. An den Gelaterias können wir nicht vorbeigehen.

Abendessen im Restaurant Vintage

Zum Abendessen haben wir gleich in der Nähe unserer Ferienwohnung im  Restaurant Vintage (https://www.ristorantevintage.it/en/home/äußerst lecker gegessen. 

Das Restaurant ist mittlere Preisklasse, die Gerichte sind aber sehr fein abgeschmeckt und wir genossen Schwertfischbällchen (Foto 1), Oktopus mit Auberginenmus (Foto 2), Couscous mit Fisch (Foto 3) und Busiate Nudeln,  Trapanese Pesto und Sardinen (Foto 4).

3. Tag

Archäologischer Park Selinunte

Mittagspause im Achäologischen Park Selinunte
Mittagspause im Achäologischen Park Selinunte

Besonders fasziniert uns an Sizilien die Geschichte und Mischung der Kulturen über die Jahrtausende, so wie bspw. die griechischen und arabischen Einflüsse hier auf wunderbare Weise eine Vielfalt geschaffen haben, die sich auch im Essen niederschlägt. Heute waren wir nach Selinunte gefahren, um die Tempelanlagen zu erwandern. Es war deutlich stürmischer und mit ca. 20° auch kühler geworden. Man fährt mit dem Auto von Trapani nach Selinunte ca. 1,5 Stunden. Wir haben auf dem kostenlosen Parkplatz Toader geparkt. Der Eintritt in die Anlagen kostet pro Person 17 €. 

Tempelanlagen von Selinunte

Zu dieser Jahreszeit sprießen einige Blumen und auch das Gras ist schön grün, so dass es Freude machte, die Natur zu erkunden, die in der Anlage natürlich besonders gedeiht. Die Tempelanlagen sind nicht so eindrucksvoll wie in Agrigent, aber dafür liegen sie wunderschön meernah. 

                           Der klebrige Alant                                                    Die Alraunwurzel

Bad in Porto Palo

Im Anschluss an unsere Wanderung durch die Anlagen fuhren noch nach Porto Palo. Dieses kleine Küstenstädtchen mit Hafen ist zu der Jahreszeit schon sehr verlassen und wir badeten allein an dem schönen flachen Sandstrand. Alternativ hätten wir auch den kleinen Strand Solente wählen können, den man jedoch nur über die Küste entlang über einen schmalen Pfad vom Hafen aus erreicht.

4. Tag

Trapani

Heute besichtigten wir entspannt Trapani und berücksichtigten die Lebensart in einem heißen Land, am Mittag eine vernünftige Pause zu machen, da der heutige Tag nämlich wieder etwas heißer war. 

Unser Rundgang durch Trapani führte uns durch verwinkelte Gassen und an einigen Kirchen vorbei. 

Cantina Siciliana

Die Cantina Siciliana liegt im Herzen des alten jüdischen Viertels von Trapani, einem traditionsreichen Ort, an dem man die feine Trapani-Fischküche genießen kann. Diese historische Trattoria hat mit ihrer authentischen Küche Geschichte geschrieben und tut dies auch weiterhin.

Torre di Ligny

Torre di Ligny
Torre di Ligny

 

 

Torre di Ligny, der auch ein kleines Museum beherbergt, ist ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung der Stadt. Sie stellt gleichzeitig die Westspitze der Stadt dar. Zu diesen Verteidigungsbauwerken gehören weitere Türme, so beispielsweise die beiden südlich stehenden Torre Volombaia und Torre Nubia.

Bild: Blick auf Trapani
Blick auf Trapani vom Turm

Vom Turm aus an der Landspitze hat man einen sehr schönen Blick auf Trapani und das heute recht aufgewühlte Meer hat hübsche Gischtkronen an die Mauern auftreffen lassen.

Kirche Anime Sante del Purgatorio

Neben der Jesuitenkirche und der Kathedrale di San Lorenzo gefiel uns insbesondere Kirche Anime Sante del Purgatorio, in der beeindruckende Figuren den Leidensweg Christi darstellen. Hier könnten wir uns einen Besuch zur Osterzeit vorstellen, wenn Figuren in Prozessionen durch die Straßen getragen werden.

MOOI - Museum der optischen Illusionen

Bild: MOOI Museum

 

 

 

 

 

Ein besonderes Highlight war der Besuch des MOOI Museum der optischen Illusionen. Der Eintritt war zwar pro Person 14 €, dafür wurden wir aber von einer freundlichen Dame geführt, die uns die Attraktionen erklärte und witzige Fotos von uns machte.

                       Kaleidoskop Bild Judith                                      Kaleidoskop Bild Thomas

Am späten Nachmittag liefen wir noch zur Basilica di Maria Santissima Annunziata. Gerne hätten wir die sehr beeindruckende Madonnenstatue aus der Nähe gesehen, aber leider fand zu dieser Zeit eine Gebetsandacht statt, die wir natürlich nicht störten.

Basilica di Maria Santissima Annunziata

5. Tag

Saline Culcasi und Mazara del Vallo

Am Vormittag ging es bei sonnigem, etwas windstilleren Wetter zunächst zu den Salinen, die außerhalb von Trapani liegen. 

Saline Calcasi

Auch heute noch wird in der Saline Culcasi jährlich 2 Tonnen Salz produziert. Der größte Teil des Gebiets ist aber derweil unter Naturschutz gestellt.

Bild: Gruppenführung

Wir konnten schon um 9:30 für den Eintrittspreis von 5 € pro Person bei einer Führung in Englisch mit teilnehmen. Diese ist sehr lohnenswert und man lernt einiges über die Salzherstellung. Während heute das Salz maschinell in 20 Minuten getrocknet wird, hat früher die Herstellung in den großen Salzbecken ca. 6 Monate benötigt. Die Ernte war im August und die Arbeit schwer. Aufgrund des gleißenden Lichtes sind die Arbeiter meistens erblindet. 

 

Wenn man mal mehr über den Begriff Salz nachdenkt, merkt man, wie dieser mit Geld verbunden ist, so wie Salär, Salary oder die Prise, die mit den Fingern Geld und anders herum Würzen bzw. Salz anzeigt. Auch im Deutschen sind die gesalzenen Preise ein Begriff.

Mazara del Vallo

Mazara Stadtplan aus Fliesen
Mazara Stadtplan aus Fliesen

Danach fuhren wir nach Mazara del Vallo, eine hübsche Hafenstadt, in der der arabische Einfluss überall sichtbar ist. Arabisches Gassengewirr, barocke Fassaden und Palmen, dazu sehenswerte Museum, Kirchen und ein nordafrikanisches Lebensgefühl. 

Pasta Buisate
Pasta Buisate

 

 

Im Café Funduq essen wir unsere leckere Pasta Buisate mit frischen Sardinen, Fenchel, Rosinen, Pinienkernen und Brotkrumen. Sehr lecker und typisch arabisch in der Würze. 

 

Danach folgen  wir der vorgeschlagenen Route an Sehenswürdigkeiten.

Gassen in Mazara de Vallo

Piazza della Repubblica

Piazza della Repubblica ist der wichtigste Platz in Mazarara del Vallo, erbaut im 17./18. Jh. im Barockstiel. Hier befinden sich die wichtigsten Gebäude der Stadt (kDom, Bischofspalast, Diözesanmuseum). 

San Michele

 

 

 

 

 

Man sollte bedenken, dass zur Mittagszeit leider die Kirchen geschlossen haben. 

Museum Del Satiro

Das Museum Del Satiro ist zwar klein und nur dem tanzenden Satyr gewidmet (1. beiden Fotos), der erst 1998 von Fischern im Meer entdeckt worden ist. Insbesondere die Augen aus Alabaster faszinieren und die griechische Bronzestatue wirkt geheimnisvoll. Foto 3 zeigt alte Amphoren.

 

Nach zwei Espressi ging es dann über eine kleine, direkte Straße zurück nach Trapani zwischen Weinbergen und Olivenbäumen.

6. Tag

Wochenmarkt  in Trapani und Marsala

Am Vormittag gingen wir zum Wochenmarkt, der immer Donnerstags auf einem Platz bei der Via di Grande Eventi stattfindet.

Wochenmarkt Trapani

Die große Mehrheit der Stände verkaufen Kleidung und Haushaltsbedarf, es gibt aber auch einige schöne Lebensmittelstände. Wir sind besonders glücklich, endlich die sizilianische Spezialität Strattu zu entdecken, ein besonders intensives Tomatenmark, das wir bisher nur auf Wochenmärkten auf Sizilien gefunden haben. Die Tomaten werden in der Sonne getrocknet, dann gekocht, durch ein Sieb gestrichen und wieder auf Brettern getrocknet. Am Ende mit Öl vermengt entsteht ein extrem aromatisch Mark, das schon pur unter Nudeln gemischt super schmeckt. Zum Aufbewahren kann man es auch prima einfrieren und es behält durch das Öl eine leicht cremige Konsistenz. Neben Strattu kaufen wir noch Pistazien, Oliven, Rosinen und getrocknete Tomaten.

Marsala

Am Nachmittag fuhren wir nach Marsala, die Stadt aus der der bekannte Marsalawein kommt. John Woodhouse hat im 18. Jahrhundert den Wein in Sizilien entdeckt und ihn mit Alkohol für den Transport haltbar gemacht.

Wir parkten ca. 10 Minuten Fußweg vom Zentrum auf einem kostenlosen Parkplatz bei der Chiesa dell‘ Itria. Wir liefen durch die zentrale Fußgängerzone zur Landzunge Lilibeo, wo sich auch das Museo Archeologico Baglio Anselmi befindet. 

Museo Archeologico Baglio Anselmi

Fotobeschreibungen:  Schiffszeichnungen, Punisches Schiff, Marausa Schiffswrack, Venus von Libeo, Gutti in Fußform, Gefäße und Amphoren.

Für 12 € pro Person besichtigen wir das Museum innen als auch die Außenbereiche. Sehr interessant sind die Funde der großen alten Schiffe, eines aus der Zeit der Punier und eines aus römischer Zeit. Leider hatte es inzwischen zu regnen begonnen, so dass die Besichtigung der alten Anlagen der Stadt Lilibeo recht kurz ausfällt.

Nach einer Kaffeepause bummelten wir noch in die Stadt und besichtigten die Kirche San Tommaso di Canterbury, die an dem schönen Piazza della Repubblica liegt. 

Parrocchia San Tommaso di Canterbury Chiesa Madre

Einen Restaurantbesuch rundeten wir noch mit einer anschließend Probe von zwei Marsala Weinen ab, trocken und semi-trocken. Wir werden aber vermutlich keine Marsala Fans werden und uns weiterhin damit begnügen, den Wein als Kochzutat zu behandeln.

Inzwischen war ein Gewitter aufgezogen und bei starkem Regen fuhren wir zurück nach Trapani.

7. Tag

Mozia

Nach zwei Tagen mit Stadtbesuchen entschieden wir uns, den heutigen Tag der Natur und Kultur zu widmen.

Blühendes Sizilien - Mozia
Blühendes Sizilien - Mozia

Mozia ist eine antike phönizische Stadt auf der Insel San Pantaleo am westlichen Rand Siziliens in der Lagune Lo Stagnone, ca. acht Kilometer nördlich von Marsala. 

Bootstour

 

 

Wir fahren zu dem Schiffsanleger (https://maps.app.goo.gl/pV7DLzKvk3HiyBQD6?g_st=ipc), von dort aus kann man in einem Boot für 5 € pro Person stündlich (zumindest zur jetzigen Saison) zu der Insel übersetzen.

 

 

Der Eintritt auf die Insel kostet 10 € und umfasst das Joseph Whitaker Museum. 

Whitaker, der ein Marsala Weinimperium aufgebaut hatte, kaufte 1888 und widmete sich dort seinem Interesse für Archäologie. Er hat umfangreiche Grabungen durchgeführt und im Museum sind unzählige Fundstücke zu besichtigen.

Whitaker Museum

Wir liefen eine kleine Runde über die Insel und erfreuten uns neben den Ruinen vor allem der sprießenden Natur. Wir pflückten etwas wilden Fenchel, den wir zum Einlegen der grünen Oliven, die wir gekauft hatten, verwenden werden. Da es am Vortag geregnet hatte, waren nun unzählige Mücken unterwegs und wir würden ein Mückenspray empfehlen. 

Blühendes Sizilien

        Foto 2:  Alraunwurzel                    Foto 5:  Salz-Alant               Foto 6:  Blühender Rosmarin

Bild: Gewitter über dem Festland
Gewitter über dem Festland

In der Ferne sahen wir ein eindrucksvolles Gewitter auf dem Festland vorbeiziehen.

Unser letztes Bad im Meer

Zum Abschluss der Trapani-Woche badeten wir dann doch noch einmal an dem Strand, der  direkt vor unserer Wohnung lag. 

Leckeres Abschiedsessen in Trapani

Und als leckerer Nachtrag zum heutigen Tage noch unser Abendessen in Trapani im Restaurant Torre Vecchia (https://www.ristorantetorrevecchia.it). Wir können das Restaurant sehr empfehlen als klares Highlight unserer Reise. Ein schönes Ambiente in alten Gemäuern und dazu genossen wir neben einer guten Flasche Wein als Vorspeisen Caponate sowie rohen Thunfisch mit Fenchel und Orangen, als Hauptgerichte Oktopus auf Kichererbsen Hummus sowie gratinierte Garnelen und zum Nachtisch Mandelparfait sowie eine Pistazientorte.

Und als leckerer Nachtrag zum heutigen Tage noch unser Abendessen in Trapani im Restaurant Torre Vecchia (https://www.ristorantetorrevecchia.it). Wir können das Restaurant sehr empfehlen als klares Highlight unserer Reise. Ein schönes Ambiente in alten Gemäuern.

Neben einer guten Flasche Wein genossen wir  als Vorspeisen Caponate, sowie rohen Thunfisch mit Fenchel und Orangen, als Hauptgerichte Oktopus auf Kichererbsen Hummus sowie gratinierte Garnelen und zum Nachtisch Mandelparfait sowie eine Pistazientorte.

8. Tag

Palermo

Eine wundervolle Woche in Trapani und ein Extratag in Palermo, wie kam es hierzu? Als wir die Flüge buchen wollten, stellten wir fest, dass wir ca. 160 € weniger zahlen, wenn wir statt am Samstag erst am Sonntag zurückfliegen. So entschieden wir uns, noch einen Tag Palermo und eine Nacht im Hotel daran zu hängen.

Unser Hotel

Als Unterkunft buchten wir kurzfristig das B&B Sant'Agostino, ein altes hübsches kleines Hotel, das sehr zentral in der Altstadt in der Nähe des Capo Marktes liegt. Wir parkten im Parkhaus ORLANDO | APCOA, von dort aus sind es 5-10 Minuten Gehweg zum Hotel. Das Parkhaus ist halbwegs gut erreichbar, in den kleinen Gassen wird sonst das Fahren hier zum Abenteuer.

 

Da wir erst um 14 Uhr eincheckten, hatten wir noch Zeit einen ersten Bummel durch die Altstadt zur Kathedrale zu machen. Am heutigen Feiertag Allerheiligen war viel Betrieb, Touristen aber auch Sizilianer bevölkerten die Straßen. Wir waren im Voraus nicht sicher gewesen, ob das belebte Palermo uns gefällt und waren positiv überrascht. Die kleinen Gassen mit unzähligen Geschäften, Märkten und Restaurants begeisterten uns. 

Capo Markt

Der Markt erstreckt sich entlang alter Straßen wie Via Sant'Agostino, Via Cappuccinelle und Via Porta Carini im Herzen der Altstadt, nahe dem Teatro Massimo und der Porta Carini. 

Die Geschichte des Mercato del Capo in Palermo reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück und war entstanden, um die Bewohner des Stadtviertels Il Capo", das von Handwerkern, Händlern und Fischern geprägt war zu versorgen. Mit der Zeit entwickelte er sich zu einem der  wichtigsten Lebensmittelmärkte Palermos. Bis heute hat er seinen ursprünglichen Charme bewahrt: Die engen Gassen, bunten Markisen und das Stimmengewirr erinnern an arabische Souks und spiegeln die multikulturelle Geschichte der Stadt wider. 

Der Markt findet von Montag bis  Samstag von 7 bis 20 Uhr und am Sonntag von 7 bis 14 Uhr statt. 

Platz in Palermo

 

 

 

 

 

 

Natürlich gibt es, wie inzwischen oft in Sizilien, auch viele Ecken mit Müll. 

Kathedrale Palermo

Die Kathedrale ist nicht nur von innen eindrucksvoll, auch die Außenanlagen und der Platz davor haben uns sehr gefallen. Die Kathedrale von Palermo ist von byzantinisch-arabisch-normannischen Einflüssen geprägt und lässt unterschiedlichste Baustile erkennen. 

Ein kurzer Weg Richtung Porta Nuova führt am hübschen Park Villa Bonanno vorbei. 

Porta Nuova

Bild: Porta Nuova
Porta Nuova

 

 

 

Die Porta Nuova war für Jahrhunderte das wichtigste Stadttor Palermos. Sie ist and das Nordende des Normannenpalasts angebaut. 

Erbaut wurde das Stadttor, um an den Sieg Karls V. 1535 in Tunesien zu erinnern. Dieser Sieg wird durch vier Mauren, die als Pfeiler in die Fassade eingearbeitet sind dargestellt. 

1667 wurde das Tor bei einer Schießpulverexplosion völlig zerstört und wurde 2 Jahre später wieder aufgebaut wobei dabei die Loggia (Bögen) und das pyramidenförmige Dach entstand. 

 

Zur Stadterkundung: Kutschfahrten oder Piaggo Taxi

Bild: Piaggo Taxi
Piaggo Taxi

 

 

 

 

 

Für Touristen werden sowohl Kutschfahrten als auch Fahrten mit dem Piaggo Taxi angeboten, gerade letzteres hat einen besonderen Charme.

Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, ging es abermals durch die Gassen Richtung Hafen. Dort besichtigten wir das Palazzo Chiaromonte (Steri), da das Marionettenmuseum leider geschlossen hatte.

Palazzo Chiaromonte

Höhepunkte waren die Malereien der Gefangenen in den Kerkern zur Zeiten der Inquisition und die wunderschöne Decke. 

Aber ganz  besonders begeisterte uns, dass wir dort das Originalbild La Vucciria von Renato Guttoso sehen konnten. Das Bild ist Motiv auf einigen Sehenswürdigkeiten und es hatte Thomas schon die letzten Tage sehr gut gefallen.

Piazza Villena - Quattro Canti

Wir bummelten noch die Fußgängerzone zum Piazza Villena (Quattro Canti), überall Straßenmusik, schöne Geschäfte und viele Restaurants.

 

Palermo ist natürlich sehr touristisch und wir hatten leider mit unserem heutigen Restaurantbesuch (Bartolo & Sons) weniger Glück, denn der Service war nicht so gut (der Kellner hatte sich das eine Hauptgericht von uns beiden nicht aufgeschrieben gehabt). Dafür gab es noch ein extrem gutes Eis zum Abschluss in der Primo Canto Gelateria, das unsere bisherigen Erfahrungen in diesem Urlaub um Längen schlug.

 

Der heutige Tag war natürlich zu kurz für einen Palermo Besuch und es gibt definitiv noch viele Ecken, die wir uns bei einem zukünftigen Besuch ansehen möchten. 

Zusammenfassung

Fazit

 

Ganz besonders gefällt uns an Sizilien die Atmosphäre, die aus der Jahrtausende alten Mischung der Kulturen entstanden ist. Italiener, Griechen, Araber, Punier/Katharger haben das Land geprägt. Nicht nur der Osten, sondern auch der Westen Siziliens bietet diesbezüglich einige kulturelle Highlights. 

 

Unterkunft: Man sollte bei der Unterkunft darauf achten, welche Parkmöglichkeiten es gibt. Bei unserer Wohnung gab es auch einen Innenhof mit kostenlosen Parkmöglichkeiten. Ansonsten kosten Parkplätze in der Nebensaison 0,70€, nachts ist das Parken frei, während es in der Hauptsaison deutlich teurer ist. Bei einer städtischen Lage der Ferienwohnung kann man abends sehr gut Bummeln und Essen gehen.

 

Mietwagen: wir haben über ein Portal einen günstigen Mietwagen gefunden. Die Station war dann zwar nicht direkt am Flughafen Palermo, ein Shuttle Service hat einen aber in 5 Minuten dorthin gebracht.

 

Wandern: im Rother Wanderführer gibt es einige spannende Wanderung auch im Westen Siziliens. Leider führten die letzten Waldbrände in der Gegend der Nationalparks jedoch dazu, dass dieses Gebiet zur Zeit gesperrt ist, so dass wir auf größere Wanderungen verzichteten.

 

Einkaufen und Essen: wir empfehlen insbesondere die Wochenmärkte und Straßenmärkte für Obst und Gemüse. Die Gelaterias als aus Pasticcerias mit den leckeren süßen Kleinigkeiten und dem wunderbaren italienischen Kaffee sind ein Muss auf einer Italien- bzw. Sizilienreise. Interessant ist in der Region der arabische Einfluss. So gibt es dort einen landestypischen Couscous der über einem Fischfond gart. Es werden oftmals süßliche Noten durch Mandeln, Pistazien oder Rosinen in die Gerichte integriert.

 

Kulturelles: Als interessante Städte können wir neben Palermo (hier sollte man mindestens 2 Tage einplanen) natürlich Trapani, Marsala und Mazara del Vallo empfehlen. Neben barocken Fassaden und wunderschönen Kirchen gibt es auch alte Tempelanlagen (Selinunte) zu entdecken und vieles aus der römischen Zeiten. Sehr gefallen hat uns Mozia, ein archäologisches Kleinod, das sich gut in der Nebensaison entdecken lässt.

 

Tagesablauf: Wir empfehlen, dass man sich dem italienischen Stil einer längeren Mittags-/Nachmittagspause anpasst, denn zur späten Mittagszeit (meistens zwischen 14 und 17 Uhr) haben auch viele Geschäfte und Kirchen geschlossen.

 

Klima: Ende Oktober/Anfang November ist aus unserer Sicht eine ideale Reisezeit für Sizilien. Der erste Regen hat das Grün hervorgebracht und viele Blumen blühen. Es ist tagsüber meistens nur etwas über 20°, wird nachts nicht viel kälter als 15-16°. An der Westküste weht oft ein heftigerer Wind, nicht umsonst sind dort die großen Salinen. Baden im Meer ist möglich, aber eher etwas für nordische Naturen. Der Italiener trägt oftmals schon eine Daunenjacke.