Virtuelle Stadtbesichtigung - Groningen

Quellen: Wikipedia.de, Groningen Edition Temmen Reiseführer: Die junge Kulturstadt von Wolfgang  Stelljes Edition Temmen, www.toerisme.groningen.nl/de

Stadtrundgang

Bild: Karte der Wanderung durch Groningen in den Niederlanden

Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, dass die nachfolgenden Texte weitgehend von dem Autor Wolfgang Stelljes stammen (s.o.). 

Groningen ist eine turbulente Studentenstadt. Die jüngste Stadt der Niederlande hat eine lange, bewegte Geschichte, die sich in den historischen Lagerhallen, Innenhöfen und Gebäuden widerspiegelt. Groningen ist auch eine mutige Stadt, denn sie bietet hochmoderne Architektur. 2005 gewann Groningen den Titel der besten Innenstadt der Niederlande, weil es sich hier so wunderbar leben lässt. Groningen ist die jüngste Stadt der Niederlande, und das liegt an den vielen Studenten, die hier wohnen. Insgesamt studieren in Groningen über 50.000 Studenten an der Fachhochschule und der Universität.

Bild: Beliebtester Platz bei den Studenten von Groningen der "Grote Markt"
Grote Markt

Dank der zahlreichen jungen Studen-ten an Universität oder Fachhoch-schule hat Groningen eine ganz eigene Energie. Sie sind nicht nur ein wirtschaftlicher Impuls für die Stadt, sondern sorgen auch für eine turbulente kulturelle Szene. Die Kneipen und Clubs, vor allem am Grote Markt und in der Poelestraat, sind bei den Studenten äußerst beliebt. Eine Sperrstunde gibt es in Groningen nicht, daher kann bis in die frühen Morgenstunden gefeiert werden.

A - Maritinikirche

Bild: Die älteste Kirche in Groningen, die Martinikirche.

 

 

Die reformierte Martinikerk ist die älteste Kirche in der niederländischen Stadt Groningen.

Die Martinikerk wird heute werktags vor allem durch die Universität genutzt. An Sonn- und Feiertagen dient sie nach wie vor gottesdienstlichen Zwecken.

B- Rathaus

Bild: Das Rathaus von Groningen

 

Seit 1810 steht das Groningen Rat-haus am Grote Markt. 

Das Gebäude, das 1869 um einen Westflügel erweitert wurde, dient auch heute noch als Rathaus.

C - St. Georg und der Drache

Bild: Das Denkmal: St. Georg und der Drache des Bildhauers Oswald Wenckebach

 

 

Das Denkmal, eine Arbeit des Bildhauers Oswald Wenckebach, erinnert an die deutsche Besatzung. Der Heilige Georg hat, mit dem Schwert in der Rechten, den Drachen zu Fuße des Sockels erlegt, daneben die Eckdaten der deutschen Besatzung: 1940 und 1945.

D - Martinikirchhof

Bild: Einer der ruhigsten Plätze in Groningen, der Martinikrichhof

Der Martinikirchhof ist der älteste Teil von Groningen. Hier befand sich bereits im 4. Jahrhundert vor Christus eine erste Siedlung. Im Mittelalter wurde vermeintlich heiliges Wasser aus einem Brunnen geschöpft und an die Pilger verkauft. Dann wurde das Areal als Friedhof und schließlich als Parkplatz genutzt. Heute ist der Martinikirchhof einer der ruhigsten Flecken in der Innenstadt.

E - Provinzhaus

 

Das markanteste Gebäude am Martinikirchhof ist das Provinzhaus (Sitz der Provinzregierung Groningen) mit seiner Neorenaissance-Fassade.

F - Prinsenhof

Ein Steinhaus 1436 errichtet, diente zunächst einem Mönchsorden als Bruderhaus, ab 1569 dann als Palast für den ersten Bischof von Groningen und ab 1594 als Residenz für diverse Statthalter. 1808 war ein Militärhospi-tal und 2005 eine regionale Radio- und TV-Anstalt untergebracht. 2012 wurde in dem historischen Gemäuer ein luxuriöses Hotel eröffnet..

G - Poelestraat

Bild: Poelestraat, ein Platz mit vielen Cafés.

Den Grote Markt in östlicher Richtung verlassend, gelangt man schon nach wenigen Metern auf einen kleinen, von Cafés gesäumten Platz. Hier nahmen früher Soldaten im Vertei-digungsfall Aufstellung, hier befand sich auch die Poel, eine Tränke für Pferde.

H - Peperstraat

Bild: Peperstraat in Groningen

Die Tiere selbst standen in der Peperstraat, die ihren Namen der Tatsache verdankt, dass die Pferde-halter sehr reich waren und mitunter auch mit teurem Pfeffer bezahlten.

I - St. Geertruids- oder Pepergasthuis

Bild: St. Geertuids- und Pepergasthuis

 

Ehemals Hospiz, Herberge für Arme und Kranke und heute dient das Gebäude als Kirche, indem ökumenische Gottesdienste abgehal-ten werden.

 

J - Dolhuis

Bild: Das Dolhuis in Groningen.

Das am Ende des Innenhofes ste-hende Gebäude mit den vergitterten Fenstern ist das ehemalige Dolhuis. Hier wurden im Mittelalter unter anderem Menschen mit Down Syndrom oder epileptischen Anfällen untergebracht, aber auch Homo-sexuelle oder die „ältere Tante in Erwartung einer Erbschaft“, das jedenfalls erzählen die Stadtführer. Das Dolhuis – frei übersetzt Toll- oder Irrenhaus – war sonntags ein beliebtes Ausflugziel der Groninger Bürger. Erst enrichteten Sie ihren Eintritt, dann beobachteten sie – ausgerüstet mit einem Picknickkorb – das Treiben hinter den Gittestäben. Und halfen, falls es dort zu ruhig zuging, mit Stöcken und Steinen nach.

K - Achter de Muur

Bild: Die Mauer des Hauses "Achter de Muur" hinter dem Dolhuis in Groningen

 

 

 

Beim Verlassen des Hospizes durch die Hintertür beim Dolhuis, entdeckt rechter Hand eine der ältesten Mauern Groningens (Unterteil der mittelalterlichen Stadtmauer). Noch heute heißt die Straße Achter de Muur.

L - St. Anthony Gasthuis

Bild: St. Anthony Gasthuis in Groningen

Am Rademarkt 29 befindet sich mit dem St. Anthony Gasthuis ein wei-teres Armenhaus, dessen Bewohner früher offenbar mit mehr Nachsicht rechnen durften. Die Inschrift über dem 2006 restauriertem Tor lautet: „Spotte nicht über ein altes Weib oder einen Greis – niemand weiß, was man selbst zu erwarten hat.“ Das 1517 gegründete Hospital lag außerhalb der Stadtmauern, hier wurden unter anderem Pestkranke gepflegt.

M - St. Joseph Kathedrale

Bild: St. Joseph Kathedrale in Groningen

 

Der schlanke, 76 Meter hohe Turm kennzeichnet die St.-Joseph-Kathedrale. Sie ist seit 1981 die Bischofskirche des Bistum Gro-ningen-Leeuwarden. Gebaut wurde die neugotische Kirche von Pierre Cuypers, der auch das Rijksmuseum und den Bahnhof in Amsterdam schuf. Der gusseiserne Turm hat eine sechseckige Form und wird im Volksmund Trunkenboldsturm („Dron-kemanstoren“) genannt – aus welcher Richtung man auch immer ihn betrachtet, stets sieht man zwei Turmuhren.

 

N - De Boom

Bild: Denkmal "De Boom" in Groningen

Am Beginn des Heresingel erinnert das Denkmal De Boom an Hendrik Nicolaas Werkman. Der expressio-nistische Maler und Dichter war Mitglied der Künstlergruppe De Ploeg. Im Zweiten Weltkrieg geriet er in das Visier der deutschen Besatzer un wurde im März 1945 verhaftet. Einige Tage später soll das SS-Hauptquartier in Den Haag befohlen haben, zur Vergeltung niederländischer Wider-standsaktivitäten drei Gruppen von jeweils 10 Gefangenen hinzurichten. Einem der zum Tode Verurteilten gelang die Flucht. Bei der Suche nach Einem Ersatz fiel die Wahl auf Werkman. Am 10 April 1945 wurde er von einem deutschen Erschießungskommando in der Nähe von Groningen hingerichtet. Zwei Tage später erreichten kanadische Truppen den Stadtrand von Groningen.

O - Groninger Museum

Bild: Groniger Museum

Das Groninger Museum ist ein KunstmuseumDie Sammlungen des Museums setzen sich zusammen aus der Geschichte Groningens, chinesischem und japanischem Porzellan, darunter auch Teile der Sammlung von Jan Albert Sichterman (1672–1764), Kunsthandwerk und Kunstwerken des 16.−20. Jahrhunderts und zeitgenössischer Kunst.

P - Bahnhof Groningen

Bild: Der Bahnhof von Groningen

Vor dem Bahnhof stehen in einer unterirdischen Parkstation tausende von Fahrrädern. Die Groninger sagen jeder Student habe zwei Räder, weil eines eigentlich immer am Bahnhof stehe. Das Bahnhofsgebäude wurde 1896 fertiggestellt. Schmuckstück ist die imposante, 14 Meter hohe Jugendstil-Halle. Dank der Bleiglasfenster, einer sechs Meter hohen schmiedeeisernen Laterne, einem Mauerwerk aus roten, gelben und schwarzen Steinen sowie der Deckenornamente aus Pappmaché fühlt man sich auch heute noch ins 19. Jahrhundert zurückversetzt.

Q - Synagoge

Bild: Synagoge in Groningen

Das orientalisch anmutende Gebäude mit christlicher Grundform (Kreuz) und jüdischen Symbolen wurde 1906 für eine stark anwachsende Gemeinde an der Stelle der alten Synagoge errichtet. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrten nur wenige Juden nach Groningen zurück – zu wenige um die Synagoge halten zu können. 1952 wurde sie an eine Wäscherei verkauft. Erst im November 1981 konnte sie neu eingeweiht werden. Heute wird sie für jüdische Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

 

R - Folkingestraat

Bild: Folkigestraat, eine der lebendigsten Straßen Groningens.

Die Folkingestraat ist eine der lebendigsten Straßen der Groninger Altstadt. Sie verbindet das A-Viertel mit dem Groninger Museum und dem Hauptbahnhof. Anfang des 19. Jahrhunderts ließen sich hier viele Juden auch aus dem Hanno-

Bild: Folkingestraat in Groningen

verschen nieder. Es gab Schneider, Bäcker und Pferde-schlachter. Bei Haus Nr. 23 zeigt ein steinernes Relief das Hinterteil eines Pferdes – es erinnert daran, dass die Tiere durch die engen Gassen links und rechts vom Haus zum dahinter liegenden Innenhof getrieben wurden. Die Käufer des Fleisches waren nicht jüdisch – Pferdefleisch ist nicht koscher. Die Folkingestraat blieb bis zum Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Lebens in Groningen. An die Deportation erinnert das Wort „weggehaald“ („weggeholt“) im Mauerwerk an der Seite des Hauses Nr. 9, der ehemaligen jüdischen Schule, in deren Hinterhof die verhafteten Juden vor ihrer Deportation versammelt wurden.

S - Fischmarkt

Bild: Der Platz an dem an mehreren Tagen in Groningen der sogenannte Fischmark stattfindet.

Auf dem Platz vor der Kornbörse findet an mehreren Tagen in der Woche der Fischmarkt statt, der eher den Charakter eines Wochenmarktes hat, auf dem es natürlich aber auch Fisch gibt. Schon im Mittelalter sollen Fischer hier ihre Fänge angeboten haben. Zusammen mit dem Grote Markt bildet der Fischmarkt den zweitgrößten innerstädtischen Markt in Europa, nur der in Krakau ist größer.

T - Kornbörse

Die Kornbörse entstand 1774 zunächst als kleiner Bau aus Holz. Das neoklassizistische Gebäude in seiner heutigen Form wurde 1864 errichtet, zu einer Zeit, in der weltweit Missernten herrschten, die Bauern in den Niederlanden 

Bild: Die Kornbörse in Groningen

aber gute Ernten und hohe Preise verzeichneten („Champagnerjahre“). Die Kornbörse entsprach dem gewachsenen Selbstbewusstsein des Bauernstandes und weist durchaus Züge eines Tempels auf. Den Eingang flankieren zwei römische Gottheiten: links Neptun, der Gott des Meeres, und rechts, mit einem Bündel Ähren in der Hand, Ceres, die Göttin des Ackerbaus – sie stehen für Fischfang und Landwirtschaft, also für die Produkte, die in und vor der Kornbörse vor allem gehandelt wurden. Und über allem thront Merkur, der Gott des Handels (und der Diebe). Im Innern besonders auffällig: Die Dachkonstruktion mit den hohen Fenstern. Zu einer Zeit, in der es weder Gas noch Elektrizität gab, musste natürliches Licht ausreichen, um die Qualität des Korns zu beurteilen. Heute ist in dem denkmalgeschützten Gebäude ein Supermarkt untergebracht.

U - A-Kirche

Bild: A-Kirche in Groningen

 

 

Die A-Kirche ist nach der Martinikirche die zweitgrößte Kirche Groningens. Sie steht im alten Hafenviertel und ist Marie und dem heiligen Nikolaus geweiht, dem Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute. Die Kirche wird für Ausstellungen, Konzerte, Vorträge, aber auch für Hochzeiten und private Empfänge vermietet.

V - Schifffahrtsmuseum

Bild: Das Schifffahrtsmuseum in Groningen

Hier wird die Geschichte des Schiffbaus und der Schifffahrt im Norden der Niederlande vom Mittelalter bis heute lebendig erzählt. Darüber hinaus laufen jedes Jahr Sonderausstellungen, in denen einzelne Themen aus der Schiff-fahrtsgeschichte besonders beleuch-tet werden.

W - Hoge der A und Lage der A

Bild: Der alte A-Hafen mit den beiden Straßen Hoge der A und Lage der A in Groningen

Die für viele Groningen-Fans schönste Ecke der Stadt ist der alte A-Hafen. Hier machen im Winter Segler fest, die im Sommer an der Küste oder im Ijsselmeer unterwegs sind. Die Straßen Hoge der A und Lage der A werden gesäumt von alten Speicherhäusern. Einige dieser Speicherhäuser, von denen es in ganz Groningen noch etwa 200 gibt, tragen die Namen anderer Hansestädte („Libau“, „London“).

X - Noorderplantsoen

Bild: Der Noorderplantsoen, ein Park in Groningen

Der Noorderplantsoen ist ein Park im Stile eines englischen Gartens und jedes Jahr im August  Schauplatz eines großen Kulturfestivals. Der idyllische Park ist auf den letzten Resten der Festungsanlagen ange-legt, die bis 1874 die Stadt umgaben.

Y - Neue Kirche

Bild: Die "Neue Kirche" in Groningen

 

Auf dem Weg zur Neuen Kirche sollte man auf jeden Fall einen Blick in die Stifte in der Grote Leliestraat werfen.

Die Neue Kirche ist eine die erste protestantische Kirche von Gro-ningen, erbaut 1623 nach dem Vorbild der Noorderkerk in Amsterdam.

Z - Harmoniekomplex

Bild: Harmoniekomplex mit den Fakultäten Rechts- und Geisteswissenschaften in Groningen

 

Im Harmoniekomplex befinden sich zwei Fakultäten: Die Rechts- und die Geisteswissenschaften.