4 Orte an der Schlei - Kappeln, Arnis, Maasholm und Sieseby

Vier Orte, die alle ihren persönlichen Charme haben.

Mittlerweile sind wir schon mehrfach an der Schlei gewesen. Es zieht uns immer wieder dort hin, weil man so gut entschleunigen und sich von der Großstadt Hamburg und dem Alltag erholen kann. Außerdem gibt es jedes Mal Neues zu entdecken. 

Seit 2008 ist die Region um die Schlei als Naturpark Schlei anerkannt. 

Mit unserem Wohnmobil fahren wir ca. 2 Stunden in den Norden. Zur Übernachtung haben wir verschiedene Campingplätze ausprobiert, z.B.:

             Campingplatz Gut Oehe                              Ostseecamp Lehmberg

Auf dem Ostseecamp Lehmberg kann man, wenn man Glück hat, einen der Plätze mit direktem Blick auf die Eckernförder Bucht buchen. 


Kappeln


Bekannt ist die etwa 9000 Einwohner große Stadt Kappeln durch die noch heute in ganz Europa einzigen funktionstüchtigen Heringszäune, die aus dem 15. Jahrhundert stammen. Zu sehen sind sie nahe der Kappelner Brücke.

Jedes Jahr schwimmen im Frühjahr Heringe von der Ostsee zu ihren Leichwässern in die Schlei. Viele Heringe geraten dann in den reusenartigen Flechtzaun, an dessen Ende sich ein Fangnetz befindet.  

Bild: Die mächtige Klappbrücke verbindet die beiden Ufer der Schlei
Die mächtige Klappbrücke verbindet die beiden Ufer der Schlei

Die 210 Meter lange Stahlkonstruktion zieht sich weithin sichtbar über die Schlei und verbindet seit 2002 das Stadtzentrum mit dem gegenüberliegenden Ufer. Damit die Schiffe passieren können, wird sie einmal stündlich, jeweils 15 Minuten vor jeder vollen Stunde, geöffnet.  

Bild: Fähre auf der Schlei

 

In der Saison starten von April bis Ende Oktober regelmäßig Ausflugs-schiffe zu Törns auf der Schlei. 

Bild: Rathausmarkt Kappeln mit ev. St. Nikolai Kirche
Rathausmarkt Kappeln mit ev. St. Nikolai Kirche

 

 

Viele der hübschen kleinen Gassen sind Fußgängerzonen, in denen das Bummeln und Shopping Spaß macht.  

Bild: Bronzener Hering im Pflaster von Kappeln
Bronzener Hering im Pflaster von Kappeln

 

 

Die bronzenen Heringe findet man vielfach ins Straßenpflaster einge-fügt. Sie sind mit dem Namen des Erwerbers signiert.

Bild: Aal- und Fischräucherei von Friedrich Föh in Kapseln
Aal- und Fischräucherei von Friedrich Föh

 

 

 

 

Nicht versäumen sollte man die seit 1911 in Familienbesitz existierende  Aal- und Fischräucherei aufzusuchen.

Hier schmeckt der Fisch besonders gut und preiswerter kann man ihn wohl kaum in Kappeln bekommen. 

 

"Sage Kappeln nie adieu, ohne einen Aal von Föh".   : )

Bild: Schlaefkes Schokoladenküche
Schlaefkes Schokoladenküche

 

 

Einen Besuch wert ist auch Schleafkes Schokoladenküche

Wer sich für Süßes interessiert ist hier genau richtig: Selbstmachaktion, große Führung mit Verkostung, Schokotour durch Kappeln und natürlich sich mit allerlei leckeren Süßigkeiten verwöhnen.  

Bild: Die alte Mühle "Amanda" mit dem historischen Sägewerk in Kapseln
Die alte Mühle "Amanda"

 

 

 

Bevor wir Abschied nehmen von der kleinen gemütlichen Stadt Kappeln, besuchen wir noch zum Schluss die alte Mühle "Amanda" mit ihrem historischen Sägewerk, das heute ein Museum ist. Der Eintritt ist frei.

Noch mehr über Kappeln erfährst du auf der: 

Wanderung von Arnis nach Kappeln


Arnis


Arnis, auch "Die Perle an der Schlei" genannt, ist mit ihren 300 Einwohnern seit 1934  die kleinste Stadt Deutschlands. Ihr Stadtsiegel verdankt sie einer damaligen Gebietsreform und einem sehr hartnäckigen Bürgermeister. Ursprünglich wurde die kleine Ansiedlung auf der Halbinsel nur als "Flecken" bezeichnet.  

Arnis ist eng mit der Schifffahrt verbunden. So gibt es auch heute noch 4 Werften in der kleinen Stadt. 

Bild: Haus Neuer Damm 84
Haus Neuer Damm 84

Das Fahrzeug parkt man am besten auf dem am Ortseingang befindlichen Parkplatz. Schon bald fällt einem das Haus auf dem Neuer Damm 84 auf, dass von 1800 stammt. Dieses Haus hat eine bewegte Geschichte hinter sich: Haus des Nachtwächters, Fährhaus, Gaststätte, Haus eines Malers, Kapitänshaus, Haus eines Kaufmannes. 

Bild: Die mit Linden gesamte Lange Straße in der kleinsten Stadt Deutschlands Arnis
Lange Straße

 

Nach dem Neuen Damm stößt man auf die mit Linden gesäumte Lange Straße, die die Hauptstraße der Stadt ist und an der sich viele eng aneinander gereihte ehemalige Fischerhäuser befinden. 

Die hübschen Haustüren an den Giebelfronten der ehemaligen Fischerhäuser sind typisch für die Stadt Arnis. 

Bild: Das Rathaus der kleinsten Stadt Deutschlands
Das Rathaus in der Lange Reihe in Arnis

Das Rathaus wurde 1805 vom Reeder Hinrich Klinck erbaut und später von der Stiftung Matthias und Maria Hübsch Stiftung der Stadt überlassen.

Bei den beiden angrenzenden Häusern kann man sehr gut die  Ausluchten "Urluchten" erkennen. Sie sind ein typisches Merkmal dieser Fachwerkhäuser in Arnis. Diese Anbauten am Wohnzimmer des Hauses an der Fassadenfront zur Straße hin, waren die begehrtesten Plätze im Wohnzimmer, weil man von hier aus das Treiben auf der Straße beobachten konnte.

Bild: Die Schleiperle am Strandweg 125 in Anis
Das Café `Zur Schleiperle` am Strandweg 125

Nicht versäumen sollte man das Café `Zur Schleiperle` am Strandweg 125 an der "Dampferbrücke". Es wurde 1995 nach 100 Jahren angehoben und neu auf Pfählen gegründet. Die neuen Inhaber bieten dort leckeren selbst gebackenen Kuchen und Tor-ten, Kaffeespezialitäten, sowie kleine-re Snacks, wie eine Tagessuppe oder Salat oder Eis an. Dies alles kann man bei herrlichem Ausblick auf´s Wasser genießen.

Liebhaber eines guten Rums werden in der Rumhökerei am Strandweg 125, sicherlich fündig werden. Hier findet man hochprozentigen Rum aus Barbados, Trinidad und Guyana. 

Bild: Schifferkirche in Arnis
Schifferkirche in Arnis

 

 

Schon 1673 konnten die Arnisser ihren ersten Gottesdienst in der neuen Schifferkirche, mit der heute noch erhaltenen Fachwerkseite, feiern. 

Bild: Schifferkirche von innen
Votivschiffe hängen von der Kirchendecke

 

 

Ein Blick in die Kirche lohnt sich. Dort hängen mehrere Votivschiffe von der Kirchendecke, die von Seeleuten aus Dank ihrer Seenotrettung gestiftet wurden. 

Bild: Restaurant Strandhalle in Arnis
Restaurant Strandhalle in Arnis

 

 

 

Der Rundweg führt einen vorbei am Restaurant Strandhalle 54, Strandweg 123. 

Hier ist mit viel Liebe einiges Sehenswertes für den Betrachter gestaltet:

Bevor man den lohnenden Rundweg wieder zum Parkplatz kommt sieht man noch die Skulpturen des Künstlers Kai Wimmer. 

Bild: Windtelefon in Arnis
Windtelefon

 

Wer den Weg nach dem Restaurant Strandhalle 54 weiter an der Schlei entlang geht, findet schon bald auf der rechten Seite versteckt ein sogenanntes Windtelefon. Der Kunst- und Kulturverein hat es 2019 hinter dem Deich aufgestellt. 

Man sieht, es gibt viel zu entdecken in der kleinsten Stadt Deutschlands. 

Noch mehr über Arnis erfährst du auf: 

Wanderung von Arnis nach Kappeln


Maasholm


Das kleine Ort Maasholm mit 600 Einwohnern wurde mehrmals im Rahmen des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" ausgezeichnet.  

Bild: Masten der Yachten von Maasholm
Yachthafen (Marina) Maasholm
Bild: Typisches Haus in Maasholm
Typisches Wohnhaus in Maasholm

Wie an jedem Haus zeigt ein Segel-schiff die Hausnummer und den Namen des Bewohners an. Auf dem Foto links neben der Tür zu sehen. 

Auch vor diesem Haus sieht man, wie vor so vielen in Maasholm, die herr-lich blühenden Stockrosen. 

 

Bild: Das Rathaus von Maasholm
Rathaus von Maasholm

 

 

Das Rathaus von Maasholm.

Bild: Kahnstellen
Unter Denkmalschutz stehende Kahnstellen

Alt-Maasholmer Reede

'De Sliekant`ist das  alte Hafengelän-de.

Die Anleger für flachliegende Schlei-kähne stehen heute unter Denkmal-schutz. 

Von den Kahnstellen erreichte man die auf Reede liegenden Schiffe oder fuhr zum Fischfang in der unteren Schlei.

Sehr gut gegessen haben wir zum Abschluss des Tages im blauen Haus in der Hauptstraße 36, im Restaurant Störtebeker. Hier kann man sehr gemütlich drinnen sitzen und bei schönem Wetter aber auch draußen im großen Garten an einem der vielen Tische. 

Mehr über Maasholm liest du auf:

Wanderung Maasholm

2018 ging unsere Fahrt weiter mit dem Wohnmobil zum Campingplatz nach Steinberghaff an der Geltinger Bucht, wo wir alte Erinnerungen wieder aufleben ließen. Wer dem Tourismus entfliehen will ist hier genau richtig. 

Von dort fuhren wir nach St. Peter-Ording, wo wir noch den 55-sten Geburtstag einer Freundin von uns feierten und uns das dreitägige Drachen-Festival ansahen. St. Peter-Ording ist ein lohnendes Ziel, dass wir immer wieder gern von Hamburg aus anfahren. (https://www.lupesi.de/2013/10/24/kurztrip-st-peter-ording/)

Doch nicht genug. Am letzten Tag fuhren wir noch nach Büdelsdorf zur NordArt 2018

Das war eine sehr erholsame und erlebnisreiche Rundfahrt an Ost- und Nordsee. Dank an unsere Nachbarn, die uns das herrliche Wohnmobil ausgeliehen haben. 

In diesem Jahr ließen wir unseren Kurztrip mit einem leckeren Fischessen in Brauer´s Aalkate ausklingen. Hier ist es ratsam vorher zu reservieren, da das Restaurant schon längst kein Geheimtipp mehr ist. Die Lage des Restaurants ist einmalig, da man bei schönem Wetter die vorbeifahrenden Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal bewundern kann. 

Wichtig: Zahlung nur mit Bargeld, keine Girokarte.


Sieseby


Der wohl schönste Ort an der Schlei ist Sieseby, die mit ihren ca. 100 Einwohnern seit 2000 als erstes Flächendenkmal in Schleswig-Holstein unter Denkmalschutz steht.   

Der Ort liegt ca. 12 Kilometer südwestlich von Kappeln auf der anderen Seite direkt an der Schlei und verfügt über einen Fähranleger mit einigen Liegeplätzen und einer Slipanlage. Die Anlegestelle wird in den Sommermonaten von der öffentlichen Schlei-Schifffahrt angelaufen. Über die Straße erreicht man den kleinen Ort über die Kreisstraße K77, die von der B 203 abzweigt. Direkt am Ortseingang befindet sich ein kostenfreier Parkplatz mit einer öffentlichen Toilette. Fährt man die Straße bis zum Ende erreicht man den Fähranleger. 

Geschichte des Ortes

Im Jahr 1839 ließ der Hamburger Kaufmann Gustav Anton Schäffer neue Häuser für seine Gutsarbeiter bauen ließ. Einige dieser Häuser tragen noch heute die Initialen G.A.S. an der Häuserwand. 1887 erwarb die herzogliche Familie Schleswig-Holstein-Glücksburg zusammen mit Gut Bienebek die Häuser, von denen die meisten noch heute zum Herzoglichen Glücksburgischen Güterfedelkommiß gehören.  

Fähranleger

Bild: Fährhaus in Sieseby
Altes Fährhaus in Sieseby

 

 

Gegenüber des Fähranlegers befin-det sich das alte Fährhaus, das heute ein Wohnhaus ist. 

Kirche

Bild: Kirche von Sieseby
Kirche von Sieseby

 

Das älteste Gebäude in Sieseby ist die aus dem 12. Jahrhundert stammende Kirche aus der Zeit der Romanik. Errichtet wurde sie aus bearbeitetem Feldstein. Im 13. Jahrhundert wurde der Bau erweitert und erhielt mit dem Bau eines weiteren Chores ein Kreuzrippengewölbe. 

Vor etwa 800 Jahren diente die Kirche als Flucht- und Wehrdienstkirche. 

  Verschiedene Anbauten             Die Kirchenuhr          Eingang zum Kirchenschiff

 Das Kreuzrippengewölbe          Das Kirchenschiff        Freigelegte Deckenmalerei

Die Malerei aus dem 16. Jahrhundert wurde 1981 freigelegt und zeigt u.a. die Geschichte der Wüstenwanderung durch die Sinai-Wüste.

Kleiner Pilgerweg der Kirchengemeinde

Am Eingang zur Kirche beginnt der Pilgerweg der Kirchengemeinde von Sieseby über den man sich auf zwei Informationstafeln informieren kann. 

Der kleine Pilgerweg führt hauptsächlich über den verwunschenen Friedhof und zeigt mehrere Tafeln die hauptsächlich Verse enthalten. 

Reetgedeckte Häuser

Die zahlreichen reetgedeckten, restaurierten Häuser die unter Denkmalschutz stehen machen den beschaulichen Ort so sehenswert. 

Lokalitäten in Sieseby

Bild: Gasthof Alt Sieseby
Gasthof Alt Sieseby von 1867

 

Es gibt zwei Möglichkeiten für das leibliche Wohl zu sorgen und den Durst zu stillen: Der Gasthof Alt Sieseby von 1867 und das Schlie-Krog, ein Landhaus-Bistro mit Genuss-Shop zur Selbstbedienung. 

Wer sich im Schlie-Krog stärken möchte kann den großen hauseigenen Parkplatz benutzen. 

Das Kunsthuset

Gleich hinter dem Gasthof Alt Sieseby findet man den einzigen Laden im Ort, die kleine Galerie "Das Kunsthuset", in dem selbstgemachter Schmuck, Holzarbeiten, Ton- und Keramikarbeiten sowie Arbeiten aus dem  Textilhandwerk von z.Zt. 6 Künstlern aus der Umgebung (20 km) feilgeboten werden.

Fazit

Ob weißes Juwel, weißes Kleinod oder wie auch immer dieser kleiner Ort genannt wird, Sieseby ist beschaulich, verträumt, romantisch, einmalig und definitiv einen Besuch wert. 

Übrigens: In Schleswig-Holstein findet man viele Orte, die auf "by" enden - Brodersby, Rieseby, Thumby, Pommerby ... Die Endung "by" (gesprochen "bü") steht für "eine Ansammlung von Höfen" woraus später die Bedeutung "Ort", "Dorf", "Stadt" entstand.


Wer gern wandert, der kann sich die 4 Wanderungen an der Schlei ansehen.