Mit dem Wohnmobil durch die Belgischen Ardennen

von Judith und Thomas


Unsere Reiseroute

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Reisetabelle

Zusammenfassung

Die Belgischen Ardennen sind für Deutsche eher ein Geheimtipp, dort gibt es zwar viele Touristen, zumindest im August, als wir unterwegs waren, aber die meisten kommen aus Belgien, den Niederlanden und Frankreich. Es hilft, wenn man etwas Französisch spricht, oder ggf. Holländisch, denn Englisch wird nur wenig gesprochen. Es gibt viele wundervolle kleine Städtchen, eine sehr gute Infrastruktur an Restaurants und Brauereien. Die Vielfalt an Brauereien und lokal gebrauten Bierspezialitäten lädt ein, in einer Brauerei Brasserie diese zu testen. Die Wanderwege sind gut gekennzeichnet und einige sind durchaus anspruchsvoll. Die abwechslungsreiche Landschaft von bewaldeten Hügeln, Flusstälern und Hochebenen bieten Abwechslung. Für Camper sind die Ardennen besonders gut geeignet, gibt es zum einen viele schöne Campingplätze und zum anderen kann man auch gut auf Parkplätzen, soweit nicht anders gekennzeichnet, für eine Nacht frei stehen.


14.8.22 - 1. Tag: Lüttich / Liége

Am Vorabend sind wir noch spät abends angereist und haben in unserem Wohnmobil bei einer Park4Night Möglichkeit in der Innenstadt direkt an der Maas in einer Parkbucht gestanden und dort übernachtet. Der Verkehr war zwar etwas störend, aber am Morgen frühstückten wir gemütlich und konnten von dort aus aufgrund der zentralen Lage die Stadt erkunden.

Bid: Morgengrauen an der Maas
Morgengrauen an der Maas

Lüttich bzw. Liège hat einen alten industriellen Charme. Die Stadt selbst ist nicht sonderlich schön, wir wollten aber vor allem wegen des sonntäglich statt findenden großen Wochenmarktes, der 4 km lang ist, Lüttich besuchen. Der Markt zieht sich am Ufer der Maas entlang.  Vorab, der Markt hat uns nicht überzeugt, die Stadt hingegen schon. Zunächst gehen wir 374 Stufen den Montagne de Bueren hoch, von oben hat man eine schöne Aussicht über Lüttich. Dann geht es den Berg in Serpentinen hinunter und wir schlendern durch den Markt an der Maas entlang, einige Stände mit Lebensmitteln, viele mit Billigkleidung. Wir biegen wieder in die Gassen der Altstadt ab und genießen ein spätes Frühstück im Darius Café, sehr empfehlenswert. Die Street Art Malereien an der Universität sind beeindruckend. Wir besichtigen die Kirche Saint-Jacques und die Kathedrale und machen Mittagspause.  Natürlich probieren wir die berühmten Boulettes de Liegés, quasi Bouletten mit einer Sauce, die dem rheinischen Sauerbraten ähnelt, leicht süßlich mit Rosinen. Eines der besten Eiscafés, das wir je kennengelernt haben ist das Une Gaufrette Saperlipopette. Nach so viel Genüssen geht es weiter.

 

Wir fahren Richtung Hohes Venn, wo wir über Nacht auf dem Parkplatz Le Signal de Botrange übernachten


15.8.22 - 2. Tag: Wanderung Hohes Venn und Malmedy

Am Morgen regnet es leicht und es hat endlich nach den andauernden heißen und trockenen Tagen des Sommers 2022 etwas abgekühlt, leider war der Regen nur von kurzer Dauer. Das Hohe Venn erinnert zunächst etwas an die Lüneburger Heide, ist dann aber mit den großen Moorflächen und der endlosen Weite der Hochebene doch beeindruckender. Wir laufen die Rother Wanderung 6, nehmen jedoch die Abkürzung aufgrund des Wetters. Bei feuchterer Witterung ist die Wanderung durchaus anspruchsvoll.

Anschließend fahren wir Richtung Malmedy, wollen am liebsten auf dem Campingplatz Du Moulin übernachten, der ist jedoch schon voll. Also entscheiden wir uns für den älteren Platz etwas weiter,  Camping Grottes dess Nains, der zwar alt aber für unsere Zwecke ok ist. Da heute Feiertag (Maria Himmelfahrt) ist,  was für uns überraschend ist, können wir nicht einkaufen und beschließen im Malmedy, das 2,5 km entfernt ist, Abendessen zu gehen. Ungeplantes ist oft überraschend nett, denn als wir im Ort ankommen, findet dort gerade ein Fest statt und zwar das des Großen Omeletts mit 10.000 Eiern. Auf dem Marktplatz gibt es das Omelett zu Essen und Getränke und es herrscht Volksfeststimmung. Wir beschließen aber dennoch richtig Essen zu gehen im L‘Endroit. Eine sehr gute Empfehlung, Thomas hat Entrecote, dass er selbst am Tisch auf einem heißen Stein zubereitet und dazu gibt es Frites mit ganz leckeren Majonäsen, Judith isst Käsekroketten. Und wir probieren eines der leckeren Belgischen Biere. 


16.8.22 - 3. Tag: Wanderung Warchetal und Burg Reinhardstein

Die Rother Wanderung 13 ist etwas anspruchsvoller mit ca. 17 km. Wir laufen direkt vom Campingplatz los, zunächst  geht es durch den anderen Campingsplatz hindurch hoch in die Berge, wo sich der Weg stetig bergauf und bergab schlängelt, wir kommen auf knapp 300 Höhenmeter. Auf dem Wege sammeln wir Brombeeren, die zwar klein aber zuckersüß sind. Die Burg Reinhardstein liegt idyllisch oberhalb der Warche. Wir machen eine kleine Rast und dann geht es zurück. Es ist wieder warm und recht heiß und wir bedauern keine Badesachen dabei zu haben, als wir auf dem Rückweg einige Leute in der Warche baden sehen.

Am späten Nachmittag kaufen wir ein und grillen gemütlich.


17.8.2022 - 4. Tag: Entspannen in Spa

Nach zwei Wanderungen gönnen wir uns diesmal Entspannung und zwar im weltberühmten, namensgebenden Ort der Wellness und der Kuren und zwar in Spa.

Spa ist ein historisch spannender und altertümlich wirkender Ort. Neben der moderneren Therme, die oben am Berg liegt, gibt es ein Spielcasino, viele Hotels, ein paar Geschäfte und einiges zum Besichtigen. Und natürlich darf man es nicht versäumen, das berühmte Quellwasser zu probieren und zwar das von der Quelle von Peter dem Großen, die man in der berühmten Brunnenhalle gegen einen Euro Eintritt testen kann. Das Wasser ist sehr mineralisch und eisenhaltig und besitzt eine natürliche Kohlensäure. Später baden wir auch noch in der Therme in dem Wasser und genießen das leicht prickelnde Gefühl auf der Haut.

Nach einer kurzen Runde durch den Ort bei leicht regnerischem Wetter essen wir noch ein paar sehr leckere Sandwichs bevor wir mit der kleinen Aufzugsbahn wieder hoch zur Therme fahren. Dort haben wir auf dem großen Parkplatz dahinter geparkt. 

Die Thermenanlage ist relativ klein, aber es macht trotzdem Spaß, sich am Nachmittag zu entspannen. Wir haben das Ticket vorher über dir Website gebucht, hätten auch gerne eine Massage ausgewählt, die waren aber kurzfristig nicht verfügbar. Wir besuchen ausgiebig die Sauna und das Hamman.

Am späten Nachmittag fahren wir noch kurz einkaufen und nächtigen dann recht idyllisch auf einem Parkplaz am Fluss Amel.

Am nächsten Morgen steht eine Wanderung in der Nähe an. Wir backen uns zwei Quiches auf, die wir im Supermarkt gekauft haben und essen Brombeeren mit Vanillepudding.


18.8.22 - 5. Tag: Ninglinspo, Durbuy, La Roche-en-Ardenne

Für Deutsche scheinen die Ardennen ein eher unbekanntes Reiseziel zu sein, und wir nahmen an, dass es hier wenig Touristen geben würde. Dem ist aber nicht so, denn zur Haupturlaubszeit sind hier vor allem Belgier selbst und viele Niederländer unterwegs. Für den Vormittag hatten wir die etwas kürzere (7,8 km) Wanderung rund um den schönen Gebirgsbach Ninlinspo geplant, der der einzige Wildbach Belgiens ist. Kleine Brücken führen immer wieder über den Bach und es gibt einige Passagen, die mit Seil gesichert sind und die etwas schwieriger sind. Es ist ein kühler noch leicht nebliger Morgen und wir sind froh, die Wanderung schon um 8 Uhr gestartet zu haben. Als wir gegen 11 Uhr wieder kommen, ist der Parkplatz brechend voll und uns kommen viele Gruppen entgegen.

Wir fahren weiter zur kleinesten Stadts Belgiens, Durbuy. Beim Navigieren muss man aufpassen, dass man ins vieux, also alte Durbuy geleitet wird und nicht in die weiter entfernte neue Stadt. Das Städtchen ist entzückend mit Gassen und hübschen Geschäften, aber ein einziger touristischer Hotspot. Wir lassen uns dazu verleiten eine Marmelade zu kaufen, die die beste sein soll und werden das mal testen. Und wir kaufen beim Fleischer Würstchen für den kommenden Tag.

Dann fahren wir zum Campingplatz Le Vieux Moulin, der fußläufig zum Zentrum von La Roche-en-Ardenne liegt. 

Am Abend bummeln wir durch die ebenfalls sehr bekannte „Perle“ der Ardennen, eine malerisch liegende Stadt am Fuße einer Burgfestung. Wir essen bei Chez Henri ein leckeres landestypisches Menu. 


19.8.22 - 6. Tag: Wanderung La Roche, Pouhou, Hives

Nachdem wir abermals früh ins Bett gegangen und gut ausgeschlafen sind, geht es gegen 9 Uhr nach unserem gemütlichen Frühstück los. Der Rother Reiseführer Ardennen ist erst Anfang August neu erschienen und eigentlich sind wir immer äußerst zufrieden mit seinen Touren. Wir beschließen die Wanderung entgegen der geplanten Richtung zu laufen und zunächst geht es erstmal hinter den Campingplatz steil den Berg hinauf. Nach einiger Zeit haben wir die Hochebene erreicht und das hübsche Dorf Hives. Auf den Weiden gucken Kühe mit niedlichen Kälbern neugierig hinter uns her.
Die Bedeutung eines Schildes in Französisch/Flämisch mit Achtung und Wandeling wird uns erst später klar. Der Weg führt idyllisch durch Ginsterbüsche und Heidekräuter den Berg hinunter. Im übrigen hat die Rother Wanderung 35 550 Höhenmeter und es geht ständig steil bergauf und bergab. Kurz bevor wir im Tal sind, stehen wir vor einem Schild Privatgrundstück, Sackgasse und Betreten verboten. Wir gucken kurz weiter und sehen in der Ferne ein großes geschlossenes Tor. Hier geht es leider nicht weiter, der Wanderweg ist wohl kurzerhand einfach durch die Eigentümer geschlossen worden. An sich prinzipiell ok, wenn es eine Alternative gäbe. Wir versuchen uns vergeblich durch das Gebüsch zu schlagen und müssen letztlich umkehren, was insgesamt 3 km Umweg bedeutet. Wir ärgern uns ziemlich und als wir schließlich an dem Haus wieder vorbeikommen, stellen wir fest, dass dies ein vermietbares Ferienhaus L‘Orbiquet ist … dieses wäre definitiv keine Empfehlung von unserer Seite aus. 

Trotz des Umwegs entschließen wir uns, die Wanderung fortzusetzen, die nun beachtliche 19,5 km lang geworden ist. Am schönsten ist der Streckenabschnitt des Tales Pouhou. Pouhou heißt Uhu, natürlich sehen wir aber keinen. Nach einer Rast auf einer Brücke genießen wir die Natur, am Ende kaufen wir noch Getränke und Brot für den nächsten Morgen in einer Bäckerei, denn wir sind inzwischen durstig trotz unseres Wasservorrates. Am Ende können wir noch einen herrlichen Blick auf La Roche-en-Ardenne werfen bevor wir zum Campingplatz zurück kehren.


20.8.22 - 7. Tag: Saint Hubert, Höhle Han-sur-Lesse, Crupet

Heute wandern wir nicht.

Bild: Abteikirche in Str. Hubert

Dafür steht als erstes die Besichtigung der schönen Abteikirche in St. Hubert an. Diese ist dem Heiligen Saint Hubert gewidmet, der im 7. Jahrhundert zum Christentum konvertierte beim Anblick eines großen Hirsches mit einem Kruzifix im Geweih. Überall sieht man das Hirschmotiv, wie bspw. auch bei der Brasserie neben der Abteikirche namens St. Hubar. Die Kirche selbst ist goß und sehr beeindruckend, erstaunlich sind die großen netzähnlichen Abdeckungen an den Decken. Erst das Gurren in der Kirche macht uns den Grund deutlich, im Gewölbe leben einige Tauben und die Netze fangen den Kot auf.

Es geht weiter zu einem touristischen Highlight, der Höhle Han-sur-Lesse, einer goßen Tropfsteinhöhle, durch die der Fluss Lesse fließt. Viele Touristen sind unterwegs und wir buchen die Führung durch die Höhle, die 1 1/2 Stunden dauert und pro Person 24 € kostet. Nach einem kurzen Snack in einem der vielen Lokale geht es um 12:30 Uhr los. Wir folgen der französisch sprachigen Gruppe, alternativ wird Niederländisch angeboten. Es fällt uns übrigens hier in der Ardennen auf, dass nur wenige Englisch sprechen, ähnlich wie in Frankreich. Man läuft durch die Höhle durch teilweise schmalere und niedrige Gänge und kann oftmals herrlich glitzernde Tropfsteine bewundern. Auch beeindruckend ist der Fluss, in dem sich die Stalagtiten spiegeln sowie im oberen Bereich eine Lichtershow, die für die Besucher abgespielt wird.

Als letztes Ziel fahren wir nach Crupet, ein hübsches kleines Dorf, das ein schönes Wasserschloss besitzt sowie eine künstlich hergestellt Grotte. Der Ort ist sehr malerisch und wenig touristisch, leider finden wir kein Café, und so gehen wir letztlich noch einkaufen, um zum Ausgangsort der morgigen Wanderung zu fahren.

Mit Blick auf die Felder kocht uns heute Thomas Spaghetti Bolognese.


21.8.22 - 8. Tag: Wanderung von Celles ins Lesse Tal

Da unser Übernachtungsplatz in der Nähe von Furfooz liegt, starten wir die Rother Wanderung 45 von hier aus in umgekehrter Route. Gegen 9 Uhr geht es nach einem gemütlichen Frühstück los, insgesamt liegen 19 km vor uns mit 350 Höhenmetern. Wir laufen durch viele hübsche Dörfer mit den landestypischen Steinhäusern, die versprochenen Châteaus können wir leider nicht sehen, da diese weit in ihren Grundstücken liegen und hier die Besitzer hohe Hecken und Privatsphäre bevorzugen. Es geht idyllisch durch den Parc Naturel de Furfooz, und dann an dem Fluss Lesse entlang. Der gleiche, der auch durch die Höhle fließt. Das Wetter ist sonnig aber nicht zu heiß, was sehr angenehm für das Wandern ist. Wir sammeln abermals Brombeeren, die wir diesmal mit Mascarponecreme aus der Dose probieren wollen. Diese kennen wir gar nicht, haben sie jedoch gestern im Carrefour gefunden und sind entsprechend neugierig. 

Wir rasten auf einer Parkbank mit schönem Blick über das Dorf Gendron, das wir im Anschluss durchqueren. Allmählich erreichen wir unser Etappenziel Celles, ein hübsches Dorf. Wir sind auf der Suche nach einem Café, finden aber eine deutlich leckerere Variante, die Patisserie Gerlache, wo wir uns Kaffee und leckere Törtchen gönnen. Wir beobachten die Kunden, ein Wagen nach dem anderen hält vor dem Laden, um sich für den Sonntagskaffee mit Leckereien einzudecken.

Nach dieser wohl verdienten Pause steht der Endspurt von knappen 6 km an. Der Weg führt zunächst wieder den Berg hinauf, geht durch ein bewaldetes Stück und führt ein Stück die Straße Richtung Château de Vêves, das wird aber erst unser morgiges Ziel werden. Anschließend gehen wir noch ein paar Kilometer über Felder bis wir wieder müde unser Wohnmobil erreichen.

Zum Abend gönnen wir uns wieder leckere Tartes, einmal mit Champignons und eine Quiche Lorraine, die wir uns aufbacken.


22.8.22 - 9. Tag: Château de Vêves, Château de Walzin und Dinant

Nach dem gemütlichen Frühstück vor dem Château de Vêves besichtigen wir um 10 Uhr erstmal das Schlösschen, das uns sehr gut gefällt, klein, aber sehr liebevoll eingerichtet. Einige aktuellere Fotos der Besitzer stehen auch herum und zeigen sympathisch wirkende Leute. 

Danach geht es zum Schloss Walzin, das sehr malerisch an der Lesse liegt, jedoch im Privatbesitz ist und deshalb nicht besichtigt werden kann. Es ist mit dem Auto nicht so leicht zu erreichen, schmale Strässchen führen an einem Campingplatz und Hotel vorbei und man muss bis ans Ende einer Sackgasse durchfahren. Dann kann man entweder den Fluss Lesse über eine Brücke queren oder direkt durch das Wasser waten. Wir machen letzteres, denn zum einen sehen wir die Brücken erst später, zum anderen ist es schön warm und sonnig, der Wasserstand niedrig und das Wasser herrlich erfrischend. Wir waten mit unseren Crocs zur Flussmitte und sehen das wunderschöne Schloss hoch heraufragen. Nachdem wir einige Fotos gemacht haben, sieht Thomas den ersten Eisvogel. Wir sind begeistert, sieht man diese herrlich bunten Vögel doch nicht oft. Am späteren Nachmittag zieht es uns abermals hierhin, und wir werden dann etwas weiter am Flusslauf der Lesse übernachten und Thomas wird sich auf Fotopirsch begeben.

Zunächst geht es aber ins Städtchen Dinant, die Stadt von Adolphe Sax, dem Erfinder des Saxophons und wir müssen an unseren Freund Olaf denken, der begeistert seit Jahren Saxophon spielt. Wir parken in der Nähe des Bahnhofs und laufen über die Brücke in den Ort. An der Maas essen wir in einer Taverne zu Mittag und besichtigen dann noch die beeindruckende Kirche. Nach ein paar Einkäufen, heute Abend soll es Baguettes/Sandwiches geben, fahren wir wieder zurück an die Lesse und verbringen dort einen gemütlichen Abend.


23.8.22 - 10. Tag: Steilhänge des Maastals bei Falmignoul und Bouillon

Nach einer ruhigen Nacht an der Lesse steht heute die etwas anspruchsvollere Wanderung Rother 46 an, die wir mit einer Variante verändert haben, so dass wir den Ort Falmignoul weglassen. Am Tag zuvor hatten wir bei der Brauerei des Ortes 4 verschiedene Biersorten gekauft, die aber noch getestet werden müssen.

Wir parken gegenüber von Restaurant Le Freyr und wandern durch den Kletterpark Richtung Westen an den Steilhängen entlang. Der kleine Pfad führt ständig bergauf und bergab. Wir passieren die Ruine eines alten Schlosses und kommen an zwei grandiosen Aussichtspunkten vorbei. Unter uns die Maas und der kleine Ort Waulsort und ein herrlicher Blick in die Wälder. Es geht anspruchsvoll weiter und nach einem steileren Abstieg erreichen wir Les Cascatelles an der Maas, wo wir erstmal unsere Vesper essen. Dann erreichen wir den Bootshafen, wo eine Seilfähre Passagiere ans andere Ufer bringt. Dort ist auch ein netter kleiner Imbiss Passage d‘eau, wir trinken dort einen Kaffee und essen Eis. Gemütlich geht es an der Maas entlang, vorbei an den Kletterfelsen, wo wir Kletterer bestaunen können, in der Wand als auch ruhend in Hängematten. Letzteres wäre eher etwas für uns. Schließlich geht es den Hang in recht steilen Serpentinen wieder hoch und zurück zum Parkplatz.

Nach der Wanderung und dem obligatorischen Einkauf im Supermarkt steuern wir unser nächstes Ziel an, die Stadt Bouillon, die übrigens nichts mit der Fleischbrühe zu tun hat.

Hier laufen wir noch einmal durch die interessante Stadt, die eine beeindruckende Burganlage besitzt und vom Fluss Semois in einer Flussschleife beinahe umschlossen ist. Der laue Sommerabend lädt zum Bummeln und im Freien sitzen ein, aber wir gehen heute nicht in ein Restaurant, sondern kochen uns Gemüse mit Sahnesauce und dazu gibt es Gnocchi. 

Bild: Burganlage Bouillon
Burganlage Bouillon

24.8.22 - 11. Tag: Wanderung Rother 39 Bouillon nach Cordemois

Ein abermals heißer Augusttag kündigte sich an, die lauen Sommerabende sind wirklich genussvoll, die Hitze und Trockenheit des Klimawandels hingegen macht einem schon Sorgen. Da wir am Vorabend uns schon Bouillon angesehen hatten, kürzten wir die Wanderung auf 8,5 km und wanderten zunächst zu einem schönen Aussichtsturm mit herrlichem Ausblick auf Bouillon. Dann ging es bergauf und bergab durch den Wald nach Cordemois, das in einer der Flussschleifen der Semois liegt. Dort liegt ein großes altes Kloster der Trappistinnen Clairefontaine Cordemois. Inzwischen war es abernals sehr warm geworden und wir waren froh, Mittags unseren schattigen Parkplatz erreicht zu haben.

Nach dem Einkauf von Zahnbürsten - unsere elektrische hatte den Geist aufgegeben - ging es weiter Richtung Rochehaute, dem Ziel der morgigen Wanderung. Wir fanden einen schönen Parkplatz etwas abseits in ländlicher Umgebung, direkt vor großen  Schweineweiden mit Häusschen nur für Schweine, der L‘Auberge de Rochehaute, wo Schweineherden munter herumtollten. Den Nachmittag verbrachten wir lesend in der Ju und ab und an fuhr die kleine Touristenbahn an uns vorbei.

Zum Abend wollten wir eigentlich in der Brasserie de Rochehaute essen gehen, um dort das hier gebraute Bier zu testen, es gab aber keinen Sitzplatz. Vielleicht eine glückliche Fügung, denn stattdessen aßen wir im daneben befindlichen Restaurant La Petite Étable ein sehr leckeres, gegrilltes Rindersteak, öhnlich wie ein großes T-Bone Steak für zwei Personen und zum Nachtisch Schokoladendesserts. 


25.8.22 - 12. Tag: Campingplatz Arnocamps

Heute haben wir einen für uns nicht üblichen faulen Urlaubstag eingelegt. Die geplante Wanderung bei Rochehaute lassen wir ausfallen, denn der heutige Tag verspricht wieder sehr heiß zu werden und wir scheuen die lange Wanderung mit den entsprechenden Höhenmetern. Also laufen wir nur eine kleine Runde durch Rochehaute, machen wir einen kurzen Abstecher zum Einkaufen in Bertrix und fahren schon am späten Vormittag zum Campingplatz Arnocamps bei Herbeumont. 

Hier wollen wir die letzten zwei Nächte bleiben. Der Campingplatz liegt idyllisch direkt an der Semois und wir bekommen noch einen Platz am Ufer. Hier gibt es auch lauter alte, hübsche Zirkuswagen, die zum Mieten ausgebaut worden sind.

Wir genießen das Nichtstun, das Baden im Fluss bei der Hitze. Judith backt einen Brombeerkuchen. Und wir vergessen es beinahe ein paar Fotos vom heutigen Tag zu machen, das wird aber gleich nachgeholt. Zum Abendessen gibt es Gegrilltes von der Boucherie aus Bertrix.


26.8.22 - 13. Tag: Herbeumont und Rother Wanderung 38

Wenngleich das Wetter heute kühler und bedeckt ist, genießen wir auch den zweiten Tag im Arnocamp. Am Vormittag laufen wir zunächst in den Ort, also nach Herbeumont. Das kleine Städtchen ist etwas verschlafener und weniger touristisch als die anderen Orte, ein Marktplatz, eine Touristeninfo, ein paar wenige Restaurants, teilweise auch für immer geschlossen. Wir kaufen im kleinen Lebensmittelladen ein, Gemüse für die Ratatouille heute Abend,  Baguette und ein paar süße Stücke für heute Nachmittag. Dann geht es die ca. 2 km zum Campingplatz zurück und wir lesen und essen das Baguette. Eigentlich war für heute Regen angesagt, der aber nicht kommt, für uns gut, für die Natur leider weniger. 

So machen wir am Nachmittag eine gekürzte Wanderung der Rother Tour 38 und lassen den Teil bei Herbeumont weg. Insgesamt beträgt die Strecke noch 8 km und wir genießen auch die wenigen Sonnenstrahlen dieses Tages.  Es geht zunächst vom Camp aus hoch zum alten Viadukt, der ehemaligen Bahnstrecke und dann durch die sanften Hügel bis zu herrlichen Aussichtspunkten, von wo aus man einige der unzähligen Schleifen der Semois sehen kann. Wir machen auf der Tour eine Kaffeepause mit den süßen Sachen und Kaffee, den wir vorher gekocht hatten und genießen die Aussicht.

Den Rest des Tages verbringen wir mit Lesen und Entspannung im Camp.


27.8.22 - 14. Tag: Kloster Orval und Heimfahrt

Zunächst geht es wieder nach Bertrix, um noch leckere Sachen einzukaufen, also so etwas wie Rilettes und Baguette, Pastete, fertige Bouletten Lütticher Art für den Sonntag zu Hause. Nicht zu vergessen eine stattliche Anzahl von leckeren Bieren, unter anderem auch für die Kollegen von Thomas.

Dann fahren wir enge Sträßchen weiter zum Kloster Orval. Wir sind im übrigen abermals froh, dass unser Expeditionsmobil Ju doch relativ klein ist und kein Lkw, denn manche Straße wäre dann nicht befahrbar gewesen.

Das Kloster Orval ist gut besucht und es sind an diesem Samstag noch viele Touristen unterwegs. Der Eintritt kostet 7€, es würde auch Führungen in Französisch oder Niederländisch geben, beide Sprachen sind jedoch nichts für uns. 

Da wir zur Mittagszeit ankommen, essen wir im naheliegenden Restaurant noch eine Kleinigkeit und besichtigen das Kloster im Anschluss. Es ist sehr lohnenswert, ein gut beschilderter Rundgang führt den Besucher durch die Anlage, in einem ersten Gebäude kann man gut gemachte Videos anhören, um mehr über die Benediktiner und das Klosterleben zu erfahren. Anschließend geht man durch die Ruinen der alten Klosterkirche und kann letztlich noch ein Museum besuchen. Ein Blick in die jetzige Kirche ist ebenfalls möglich, ansonsten ist der heutige Klosterbereich jedoch getrennt.

In Orval wird Käse und Trappistenbier hergestellt und zum Abschluss kaufen wir dies auch noch im Klosterladen bevor wir nach Hause fahren.


Leckereien auf unserer Reise

Lüttich:  

Boulettes de Liegés

Frühstück im Darius Café

Eiscafé im Une Gaufrette Saperlipopette

Malmedy:

Essen im L‘Endroit

Durbuy:

Marmelade

Falmignoul:

Verschiedene Biersorten

Bertrix:

Rilettes, Baguette, Pastete, fertige Buletten in Lütticher Art, verschieden Biere 

Übersicht unserer Wanderungen
  2. Tag: Wanderung Rother 06                                    
  3. Tag: Wanderung Rother 13 
  6. Tag: Wanderung Rother 35

  8. Tag: Wanderung Rother 45

10. Tag: Wanderung Rother 46
11. Tag: Wanderung Rother 39
13. Tag: Wanderung Rother 38