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Segeltörn durchs Mittelmeer

Bild: Karte unseres Segeltrips durch das Mittelmeer von Barbare in Spanien bis Catania auf Sizilien

 

Vom 17. Mai bis 03. Juni segele ich auf dem Mittelmeer. Ein aben-teuerlicher Segeltörn mit vielen Anstrengungen und herrlichen Erleb-nissen. 


Segelroute

Segeltörn
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Logbuch    

17.05.

Flug von HH nach Alicante (17.30 h). Fahrt mit dem Leihwagen nach

Barfate (ca.1 Uhr nachts Ankunft  - 760 km).

18.05.

Abfahrt nach Duschen ca. 12 h von der Marina bei Windstärke 5-7.

Durchfahrt von Gibraltar. Alle, außer dem Skipper sind seekrank – 2

von 3-en der Crew müssen sich übergeben.

19.05.

Bei lauen Winden 2 bf - Delphin-Kolonie.

20.05.

Ankunft in Cartagena -  geringe Windstärken 1-2 bf - um 14 Uhr.

21.05.

Stadtbesichtigung , Einkauf , Laurence fliegt nach England. Einkauf

(ich Wasser und Milch) Ich koche Kotelett, Kartoffeln und Erbsen.

22.05.

Abfahrt ca. 9 Uhr in Richtung Alicante, von Ciudad de Palos ins offene

Meer in Richtung Sardinien bei 6 -7 bf. Starker Wellengang. Abends Pizza und Tortilla. Sonnenuntergang ca. 9 Uhr.

23.05.

Ab 3 Uhr morgens auf Deck, Sonnenaufgang ca. 8 Uhr. Windstärke 3 bf - Motor

24.05.

Nachtdienst von 0 bis 3 Uhr morgens. Einigermaßen gut geschlafen. Höhere Geschwindigkeit Dank ruhiger See. Beim Müslifrühstück bricht mir ein Stück vom Zahn weg. Anschließend beim Brot essen die Hälfte des Provisoriums.

Wir sehen 2 Möven  eine ruht sich auf Teibgut aus. Wir sehen einen Dampfer in Richtung Afrika fahren. Sylvia lässt das Fenster offen in ihrer Kajüte, was zur Folge hat, dass die Bettwäsche und die Matrazen nass sind. Windstärke 2-3 bf.

25.05.

Ankunft in Cagliari/Sardinien ca. 17 Uhr – Duschen und abends lädt uns John zum Essen ein.

26.05.

Super geschlafen, Stadtbesichtigung. Mit Amelie geskyped, Großes Eis gegessen, anschließend beim Inder Curry mit Reis. Auf dem Weg zum Boot fährt ein junger Fahrradfahrer so dich an mir vorbei, dass er sich an meiner Uhr verharkt, die in hohem Bogen von meinem Hand-gelenk gerissen wird. Der Radfahrer stürzt recht doll. Der Stift meines Armbandes fehlt, ihn kann ich nicht mehr wieder finden. Absicht oder Versehen??? Das Verbindungsstück zwischen den Gliedern und dem Verschluss lebe ich, wie ich meine besonders gut weg, in das Brillenetui. Doch das ist leider ein Trugschluss, da ich beim Rausholen meiner Brille das Teil mit raushole und dieses auf dem Steg ins Wasser fällt.

27.05.

Start morgens ca. 8 Uhr nachdem wir getankt haben. Blauer Himmel Sonnenschein, tolle Winde vom Heck ca. 4-5 bf. Wir kommen gut voran und können schon bald die Segel setzten. Zunächst nur das Vorsegel und dann auch das Hauptsegel. Dienst von 6 – 9 Uhr morgens.

28.05.

Das Wetter ist heute nicht so “strahlend“. Leider müssen wir den ganzen Tag mit Motor fahren. Während ich den Sonnenuntergang aufnehme, begrüßen uns Delphine, indem  sie neben dem Boot aus dem Wasser springen. Das Meer ist sehr ruhig, Null Wind, kein Mond und später auch keine Sterne, nur die Lichter von der Küste die uns begleiten. Nachtdienst von 0 bis 3 Uhr.

29.05.

Ankunft in der Marina von Tindari um 8.30 Uhr. Regen empfängt uns. Sylvia und Klaus fahren gegen 14 Uhr mit dem Taxi nach Barcellona, um von dort mit dem Bus oder Zug weiter nach Catania zu fahren. Ich mache mich auf den Weg in den Ort, kaufe Koteletts und Kartoffeln ein, um später daraus das Abendessen zu machen. Nach dem Abendbrot, das John und ich auf Deck bei Abendsonne einnehmen, gehe ich noch ins Internet. Wir gehen früh schlafen.

30.05.

Früher Start Wir treiben die Gewitter und den Regen vor uns her. Der Wind ist wechselhaft, erlaubt uns aber schließlich doch ohne Motor zu segeln. Es ist bewölkt und oftmals zeigt sich die Sonne. Wir legen in der Bucht von Taormina Anker, essen Pizza mit leckerem Rotwein und Käse und gehen früh schlafen.

31.05.

Aufgrund der Windstille habe ich gut geschlafen. John und ich haben auf dem Boot gefrühstückt und anschließend das Dingi aufgeblasen, was ein Problem war, da der richtige Anschluss an den Blasebalg fehlte. Mit dem Dingi brachte mich John dann an Land. Er wollte das ankernde Boot nicht allein lassen, da er dem Anker nicht allzu viel zu traute. So fuhr ich mit dem Bus vom Bahnhof aus zur Busstation in Taormina. Von 10 bis 16 Uhr erkundigte ich die Stadt und machte unglaublich viele Aufnahmen. Zurück auf dem Boot legten John und ich das Dingi wieder zusammen.

01.06.

Gegen 13 Uhr kommen wir in Catania an. Eine Marina die wohl stadtzentraler liegt, kostet 80 Euro und so fahren wir zur großen Marina. Kurze Stadtbesichtigung.

02.06.

Wir machen einen Ausflug zum Ätna. Der Bus vom Bahnhof startet um 8.15 Uhr und kostet nur 6.40 Euro. Nach einer 25 minütigen Pause fahren wir auf ca. 2000 m Höhe. Von dort geht es weiter mit einer Seilbahn ( Höhe 2400 m) und schließlich einem großen Geländewagen, der uns auf ca. 2700 m bringt. Zu guter letzt begleiten Führer die einzelnen Gruppen auf einem Rundweg, mit vielen Erklärungen, etwa eine halbe Stunde herum.

03.06.

Rückflug von Catania nach HH mit Easy Jet.

Eine Mail meines Nachbarn riss mich aus meinem Alltagsritual. Er hatte sich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin ein Segelboot in England gekauft, dass er nun in die griechischen Gewässer segeln wollte. Für die lange Strecke fehlte noch ein weiteres Crewmitglied von Spanien nach Sizilien. Es ging darum Nachtdienste zu machen, außerdem bei den seglerischen Arbeiten, wie: Fender befestigen, abnehmen und verstauen, Stromkabel legen, beim Setzen und Einholen des Segels behilflich zu sein, den Müll in der Marina zu entsorgen und bei den täglichen Arbeiten: Kochen, Abwaschen, Sauber machen behilflich zu sein.

 

Die Crew sollte von Cartagena aus dem Skipper, der Schwester der Lebenspartnerin und ihrem Mann und mir bestehen. Geplant war, dass der Austausch der alten mit der neuen Crew am 17. Mai stattfinden sollte. Doch es kam ganz anders:

3 Tage vor meinem schon lange vorher gebuchten Flug nach Alicante erhielt ich eine SMS vom Segelboot, dass der  Austausch nicht in Cartagena sondern in Malaga stattfinden müsse, da schlechte Wetterverhältnisse das Boot in Barfate, ca. 60 km westlich von Tarifa an der südlichen Küste Spaniens festhielt. Der Starkwind aber hielt unverhofft an und so musste der Austausch der Crew in Barfate stattfinden - 670 km entfernt von Alicante: https://goo.gl/maps/W5Kws.

Da Sylvia und KIaus um eine Stunde versetzt in Alicante per Flug ankamen, nahmen wir uns einen Leihwagen, mit dem wir die Strecke nach Barfate zurücklegten. Gegen ein Uhr nachts kamen wir schließlich dort an, um nach einem Begrüßungstrunk und kurzem Austausch der Ereignisse die Kojen aufsuchten.

Am nächsten morgen fuhr die Frau des Skippers mt dem Leihwagen nach Malaga, um dort den Wagen wieder abzugeben und den umgebuchten Flug von Malaga nach Hamburg anzutreten. Währenddessen stach die neue Crew, erweitert mit dem Sohn des Skippers, der von Cartagena aus nach England zurückfliegen wollte,  in See.

Noch immer peitschten 7 Windstärken übers Meer und ließen in dem tobenden Wellen das Segelboot hin und her tanzen. Die Anstrengung der Anreise und die widrigen Bedingungen ließen die neue Crew seekrank werden. Ein harter Start, der aber die gute Stimmung an Board nicht erschüttern konnte.

Nach 2 Nächten ununterbrochener Fahrt erreichten wir ziemlich übermüdet Cartagena. Von hier trat Laurence abends seinen Heimflug nach England an. Der nächste Tag diente noch der Erholung und Sightseeing der historischen Altstadt. Die Vorräte wurden aufgefüllt. Nicht nur Verpflegung sondern auch Diesel, Strom und Wasser, denn nun kam der längste Teil der Strecke. 4 Nächte brauchten wir bis nach Cagliari auf Sardinien.

Die Nachtwachen für die 4-köpfige Crew war so eingeteilt, dass jeder 3 Stunden Dienst machen musste. Silvia weckte mich für meine Schicht von 3 Uhr morgens bis um 6 Uhr. Ich brauchte einige Zeit, um alles Warme angezogen und die Schwimmweste umgelegt zu haben. Das Silvia mir einen warmen Tee aufgesetzt hatte werde ich so schnell nicht vergessen. Das gab das Gefühl der Verbundenheit, des Mitgefühls. Es erleichterte mir wach zu werden. Die unheimliche, finstere, beängstigende, Nacht wurde mit der Zeit zu Gewohnheit und Vertrautheit. Mit der Zeit wurde sie sogar mein Verbündeter und als dann die Ablösung kam, war man fast etwas traurig sich wieder in die Koje zu legen, um zu entspannen und evtl. noch ein wenig zu schlafen.

Nach zwei Tagen, ausführlicher Stadtbesichtigung von Cagliari geht es auf die zweite größere Etappe der Reise, diesmal „nur 3 Nächte auf dem Meer. Die kleine Marina Tindari Im Norden Siziliens. Der Ort gibt nicht viel her und wurde nur angelaufen, damit Sylvia und Klaus rechtzeitig am nächsten Tag den Flieger nach Kopenhagen nehmen konnten.

Ich bin nun allein mit dem Skipper. Wir werden morgen ganz früh wieder aufs Meer segeln, um Messina zu umrunden und in der Nähe von Taormina anzulegen. Der 3.300 m hohe Vulkan Ätna wartet schon auf uns.Früh segeln John und ich durch die Straße von Messina. Mit dem Wetter hatten wir insofern Glück, dass wir die dunklen Wolken vor uns her schoben, keinen Regen abbekamen und sogar eine kurze Strecke den Motor abstellen und segeln konnten. In der Bucht von Taormina ankerten wir für 1 Nacht. John paddelte mich mit dem Dingi (Beiboot) an Land damit ich mir die herrliche Stadt hoch oben auf dem Plateau gelegen ansehen konnte.

Er selbst blieb auf dem Boot, da er  wegen der Länge der Ankerkette verunsichert war. Da muss er sich erst noch Markierungen auf die Kette setzen, damit er weiß, wie viel Ankerkette verbraucht ist. Der letzte Teil der Reise war in ca. 5 Stunden „ersegelt“. Wir stellten fest, dass Catania nur lohnend für den Ätna ist. Die Stadt macht einen ziemlich heruntergekommenen Eindruck – eine sterbende Stadt. Die Besichtigung des Ätna hingegen war ein unglaubliches Erlebnis und hat die 60 Euro Fahr- und Guidekosten gelohnt.

Während des Segeltörns habe ich nicht viel gelesen. Ab und zu mal Sudoku gelöst. Ich habe bewusst nicht viel gelesen, da ich vermeiden wollte, dass  es mir schlecht geht aber auch um alles aufzunehmen, die Weite, die Einsamkeit, die verschiedenen Farben, Beleuchtungen, das Nichtstun.

Cartagena - Spanien

Start Segeltörn
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Cagliari - Sardinien

Sizilien - 3 Tage Rundreise
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mehr über Sizilien auf meinem Blog: Sizilien - größte Insel im Mittelmeer ...


Tindari - Sizilien

Taormina - Sizilien


Catania - Sizilien


Vesuv Ätna - Sizilien


mehr über Sizilien auf meinem BlogSizilien - der barocke Süden der Insel    und:     Sizilien - größte Insel im Mittelmeer