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1 Woche Neapel

Von Judith & Thomas

Ankunft 26. Oktober 2019


Blick auf Neapel von Posillipo
Blick auf Neapel von Posillipo

Der Direktflug von Hamburg erreicht Neapel pünktlich und wir haben Glück, dass unsere Ferienwohnung schon beziehbar ist. In Posillipo gelegen ist die Entfernung zur Stadtmitte zwar etwas weit, aber dafür ist dies hier eine ruhige, angenehme Gegend mit herrlichem Blick auf das Meer, Neapel und den Vesuv.

Ende Oktober ist es in Neapel meistens noch sommerlich warm und wir genießen die angenehmen 24 Grad. Zunächst gehen wir einkaufen und auf dem Weg verspeisen wir die ersten leckeren Pizzen. Man sagt in Neapel wäre die Pizza erfunden worden, nur ganz sicher ist man nicht. Eines ist zumindest sicher und zwar dass hier die Pizza Margherita erfunden wurde. Wir sind begeistert, als uns die dampfende Pizza aus dem heißen Steinofen serviert wird. Im Supermarkt besorgen wir die typischen italienischen Leckereien, Mozzarella, Tomaten und sogar Walderdbeeren, zu denen wir uns am Nachmittag eine frische Mascarponecreme mit dem Schneebesen schlagen. Den Abend verbringen wir auf der Dachterrasse.


Neapel und Friedhof Fontanelle 27. Oktober 2019


Ein sonniger Tag erwartet uns und wir sind ausgeschlafen, weil wir durch die Umstellung der Sommerzeit eine Stunde gewonnen hatten. Wir fahren zunächst mit dem Bus C31 und der Metro bis zur Station Materdei. Wir kaufen uns übrigens eine City Card für 7 Tage, die 12,50€ kostet und mit der wir Bus und Bahn benutzen können. 


Der unterirdische Friedhof Fontanelle ist sehr beeindruckend, befinden sich dort tausende von Gebeinen und Schädeln aus vergangenen Zeiten, da insbesondere zu Zeiten der Pest die Toten im Untergrund beerdigt wurden. Im 19. Jahrhundert wurden die Überreste ausgegraben und säuberlich aufgereiht. Da die Räume hoch und luftig sind, ist die Stimmung gar nicht so unheimlich wie man es sich auf den ersten Blick denkt. 

Wir fahren mit der Metro zum Piazza Municipio und laufen durch die Gassen und Menschenmassen Richtung Piazza del Plesbiscito. Nach einer Mittagspause mit Pizza und Nudeln im Restaurant Poppipo, wo es auch gute Meeresfrüchte gibt. Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein leckeres Eis in die Hand aus der nächsten Eisdiele und schlendern durch die Einkaufszone. Zurück fahren wir mit dem Bus 140, der die Küstenstraße von Posillipo entlang fährt. An sich eine schöne Strecke, wenn dann es nicht zum Schluss noch 100 Höhenmeter eine enge steile und zugewachsene Treppe zu unserer Straße hinauf gehen würde. Am Abend gibt es wieder Tomate Mozzarella, Brot und Oliven.


Ausflug nach Sorrent 28. Oktober 2019


Sorrent
Sorrent

Die Stadt Sorrent liegt auf der Halbinsel von Sorrent am Golf von Neapel, schmiegt sich steil an die Berge und ist unser heutiges Ziel. Die Fahrt mit der Bahn Circumvesuviana ist allein schon ein Abenteuer. Die Fahrtzeit soll 1 Stunde betragen und wir nehmen den Zug um 11:11 Uhr. Der Zug ist brechend voll, was mit Sicherheit auch an den moderaten Bahnpreisen in Italien liegt, kostet eine Fahrt doch nur 3,90 € pro Person. Nach einigen Stationen hält der Zug und alle müssen aussteigen, weil er anscheinend kaputt ist. Zehn Minuten später kommt Gott sei Dank ein nächster Zug, doch die Fahrt zieht sich mit unzähligen Stopps. 

volle Metro

wir bemerken eine Rauchwolke am Vesuv


Erst gegen 1 Uhr erreichen wir Sorrent und laufen zügig zum Hafen hinunter, weil wir dort in einem tollen Fischrestaurant am Wasser erstmal Mittag essen wollen. Die Stadt ist zwar touristisch, aber wunderschön mit kleinen Gassen und herrlichen Blicken auf das Meer und die Küste. Das kleine Restaurant Porta Marina Seafood lohnt sich. Fangfrischer Fisch wird direkt angeliefert und man sitzt direkt am Kai. Es gibt als Vorspeise Muscheln, und dann Tintenfisch, Calamari sowie gebratene Anchovis. 

Im Anschluss wandern wir zu einer alten römischen Villa, die nur noch eine Ruine ist, bei der es jedoch eine kleine Lagune gibt, das Bagno della Regina Giovanna. Im Hochsommer ist der Ort sicherlich überlaufen, wir haben jedoch Glück und die Badestelle für uns allein. Durch einen kleinen Durchgang kann man auch aufs offene Meer schwimmen und die Felsen laden zum Sonnen ein. Der Sonnenuntergang ist so romantisch, wie der alten Schlager verspricht, „wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt …“. 


Letztlich laufen wir zurück nach Sorrent, essen dort noch eine Pizza sowie ein Eis und nehmen die Bahn zurück. Man sollte die Strecken nicht unterschätzen: beim Rückweg brauchen wir trotz Schnellzug mit nur 14 Zwischenstopps bis zurück zur Unterkunft, inkl. Metro und Bus noch ca. 2 Stunden. Müde fallen wir alle ins Bett.


Neapel Altstadt 29. Oktober 2019


Nach dem anstrengenden Ausflug nach Sorrent lassen wir es heute langsamer angehen. Zunächst einmal laufen wir nach einem gemütlichen Frühstück zum einkaufen und zwar zum Conad und besorgen uns für das Mittagessen Nudeln, Tomaten, Knoblauch und Parmesan. Dazu gibt es noch gegrillte Aubergine und ein paar Oliven. 

Metrostation Garibaldi - ein Labyrinth aus Treppen
Metrostation Garibaldi - ein Labyrinth aus Treppen

Am Nachmittag fahren wir dann mit Bus und Metro in die Altstadt. Da es auf der C31 Buslinie heute zu Verzögerungen kommt, ist unser Bus brechend voll und wir stehen buchstäblich gequetscht wie Heringe und heiß ist es auch. In der Altstadt angekommen, schlendern wir durch enge Gassen und besuchen einige Kirchen. Die komplette Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe und das Flair ist unvergleichlich. 

Wir besichtigen die Ausgrabungen neben der Kirche San Lorenzo Maggiore. Nachdem wir eine Treppe hinab gestiegen sind, finden wir uns unversehens auf 2000 Jahre alten Pflaster wieder. Hier lag das Zentrum der Stadt, die griechische Agorá, später das römische Forum. 


Die Gasse der Krippenbauer darf man sich natürlich nicht entgehen lassen. Die Darstellung der neapolitanischen Krippe wurde um Straßenhändler, Pizzabäcker, Musikanten, Tänzer und Kartenspieler bereichert. Die lebensnahen Figuren und auch bewegten Bauteile bspw. mit fließendem Wasser faszinierten uns. 

Zum Abendessen geht es in die Pizzeria L‘ Antica da Michele, die durch einen Film mit Julia Roberts bekannt wurde. Es gibt dort nur zwei Pizzen zur Auswahl, Margherita und Marinara, und nichts anderes. Beide sind ausgesprochen lecker. Und bevor ich es vergesse, ein leckeres Eis haben wir heute auch wieder gegessen, und zwar in der Eisdiele Valenti.


Archäologisches Museum Neapel 30. Oktober 2019


Heute steht das archäologische Museum auf dem Programm, das bedeutendste seiner Art in Europa. Zunächst fahren wir aber ins Quartier Spagnoli, eine quirlige Einkaufsstraße, in der Obst-, Gemüse- und Fischhändler täglich ihre Waren anbieten. Besonders die Fischauswahl begeistert uns, aber auch die vielen kleinen Geschäfte in den Gassen. Wir kaufen einen Limoncello von Capri, der besonders gut sein soll. 

Vor dem Museum erwartet uns eine Schlange und wir warten ca. 20 Minuten, um Tickets zu kaufen. In der Hochsaison sollte man erwägen online Tickets zu kaufen. Der Eintritt kostet pro Person 15€ und für EU Bürger zwischen 18 und 24 Jahren nur 2€. Viele Sehens-würdigkeiten sind in dieser Alters-gruppe so günstig.

Man muss beachten, dass die Räumlichkeiten zu unterschied-lichen Zeiten geöffnet sind. Beispielsweise ist das Modell von Pompeji erst ab 14 Uhr zu besichtigen. 


Das Geheime Kabinett, Gabinetto Secreto, zeugt von der Zeitgeschichte Pompeji, in der beispielsweise der Phallus ein Glückssymbol war.

Besonders gefallen uns die Statuen und Skulpturen. Aber auch die Fresken und Mosaiken sind sehr beeindruckend. Wir verbringen 3 Stunden im Museum, so viel Zeit sollte man schon einplanen. Anschließend bummeln wir noch etwas durch die Straßen bei Vomero, wo die Metro Station Vanvitelli ist. Am Abend machen wir uns Bruschetta und Tomate Mozzarella.


Pompeji und Vesuv 31. Oktober 2019


Pompeji Ausgrabungsstätten
Pompeji Ausgrabungsstätten

Wer Neapel besucht, muss natürlich auch einen Ausflug nach Pompeji und zum Vesuv machen, ein touristisches Muss nicht nur heutzutage, sondern auch schon seit dem 19. Jahrhundert, als viele Europäer hier zu Studienzwecken hinreisten. Nach unseren Erfahrungen mit der Bahn entschließen wir uns, eine Busfahrt zu buchen, die mit 25 € pro Person auch preislich in Ordnung ist, weil die Fahrt zum Vesuv hoch auch von Pompeji aus 20 € kosten würde (https://www.city-sightseeing.it/it/shuttle-bus-napoli---pompei---vesuvio/). Wir nehmen den Abfahrtszeitpunkt 9:15 und fahren früh morgens zum Hafen von Neapel und frühstücken dort in einem der kleinen unzähligen Cafés. Die Fahrt durch den quirligen Verkehr Neapels ist kurzweilig und wir erreichen bald Pompeji. Dort haben wir ca. 3,5 h Zeit, um die Ausgrabungsstätten zu besichtigen. Auch hier empfiehlt es sich, vorab ein Online-Ticket zu bestellen. Das kostet zwar pro Person 4 € mehr, erspart uns aber die lange Schlange vor dem Ticketschalter. Der Eintritt kostet 19,50 € bzw. 6 € (für 18 - 24jährige) inkl. der 4 € Aufschlag.

Die Größe der Stadt bzw. Ausgrabungsstätte Pompeji beeindruckt uns sehr, ebenso wie gut die Ruinen erhalten sind und welch einen anschaulichen Eindruck sie in das damalige Leben der römischen Zeit bieten. Die intelligente Bauweise, schöne Thermen, Mosaiken, Villen und auch Theater vermitteln einem das Gefühl, sich in römischen Zeiten zu befinden. Und natürlich sehen wir auch einige der bekannten Leichen, die durch den pyroklastischen Strom des Vulkanausbruchs unmittelbar getötet wurden. 

Um 13:30 Uhr fährt der Bus weiter zum Vesuv, wo wir für den Eintritt in den Nationalpark nochmals 10 € pro Person zahlen müssen. Touristenströme bewegen sich die letzten 100 Meter hoch bis zum Kraterrand, eine halbe Stunde dauert dieser Aufstieg. Am Krater angekommen, blicken wir in einen Gesteinskessel, den sich manch einer spektakulärer vorstellen mag. Ein paar Rauchwolken von austretenden Gasen vermitteln uns wenigstens ein bisschen das Gefühl, sich am Rande des gefährlichsten Vulkans Europa zu befinden.

Mit dem Bus geht es direkt zurück nach Neapel und zum Abschluss besuchen wir die bekannte Pizzeria Brandi, in der die Pizza Margherita erfunden wurde.  

Pizza Margherita - erfunden von der Pizzeria Brandi in Neapel
Pizza Margherita - erfunden von der Pizzeria Brandi in Neapel


Posillipo Spaziergang 1. November 2019


Posillipo Lido Marechiaro
Posillipo Lido Marechiaro

Allerheiligen ist in Italien ein wichtiger Feiertag und es gibt heute sogar Sonderbusse, die die Friedhöfe anfahren. Wir beschließen es heute etwas ruhiger angehen zu lassen und verbringen einen ruhigen Vormittag und kochen uns mittags mit Spinat und Ricotta gefüllte Ravioli mit Tomatensauce. Am Nachmittag fahren wir mit dem C31 Bus diesmal in die andere Richtung nach Posillipo und machen dort einen längeren Spaziergang, bei dem wir herrliche Ausblicke auf das Meer, Neapel und die Inseln genießen. 

Zunächst laufen wir durch den Parco Virgiliano, danach geht es eine malerische Gasse hinunter zum Parco Sommerso di Gaiolo. Leider war dieser archäologische Park nicht offen, er würde uns aber sehr interessieren, weil einige der alten Bauten nicht nur zu Fuß, sondern auch mit dem Boot oder schnorchelnd erreichen kann. 


Anschließend ging es wieder den Berg hoch und dann hinunter zum Lido Marechiaro. Fischlokale laden zum Essen ein, wir trinken einen Kaffee in einer Badebucht. Wenngleich der Tag heute sonnig ist, ist es zum baden jedoch zu frisch. Wir genießen die Aussicht und das italienische Lebensgefühl. Natürlich gibt es auf dem Rückweg noch das obligatorische Eis und wir verbringen einen gemütlichen Abend.


Nochmals Altstadt Neapel 2. November 2019


Den letzten Tag unseres Urlaubs in Neapel verbringen wir mit Shopping und noch fehlenden Besichtigungen.

Aber zunächst einmal noch ein paar Worte zum öffentlichen Nahverkehr in Neapel. Wenn man in Nähe einer Metrostation seine Unterkunft hat, ist die Anbindung wirklich gut. Ist man jedoch auf den Bus angewiesen, wie wir mit der Lage der Wohnung in Posillipo, kann man manchmal verzweifeln. Unsere Linie C31 zumindest ist die letzten Tage sehr unregelmäßig gefahren. Generell gibt es ca. 2-3 Fahrten pro Stunde, heute morgen jedoch warten wir fast 1 Stunde auf den Bus. Zwar gibt es teilweise digitale Anzeigen, wann der nächste Bus kommt, diese reichen jedoch nur ca. 20 Minuten in die Zukunft, so dass dies auch nicht sehr hilfreich ist, wenn der geplante Bus einfach nicht kommt. Die App Moovit hingegen, mit der man die Verkehrsverbindungen gut planen kann, können wir sehr empfehlen. 

Was fehlte nun noch auf unserem Besichtigungsprogramm?

Zunächst natürlich der Dom bzw. die Kathedrale, bei der uns das Baptisterium sehr gefällt, die Mosaike aus dem 5. Jahrhundert sind unglaublich schön. Die Kirche ist uralt und stammt aus Zeiten Kaiser Konstantins (320 n. Chr.). 


Ein Kleinod ist die Kirche San Giovanni a Carbonara, sie ist nicht groß, hat aber eine schöne Atmosphäre. 

Bild: San Giovanni a Carbonara
San Giovanni a Carbonara

Nach einer kurzen Mittagspause besuchen wir noch den Kreuzgang Santa Chiara, den wir absolut empfehlen können. Er kostet zwar 6 € Eintritt, ist aber wunderschön mit herrlich bunten Fliesen und Fresken ausgestattet. Inmitten der lebendigen Stadt ist er eine wahre Oase. 

Übrigens lebendige Stadt, heute ist besonders viel los, was vermutlich am langen Wochenende mit dem gestrigen Feiertag liegt. Menschenmassen schieben sich durch die Straßen. Leider sehen wir eine der schönsten Sehenswürdigkeiten, die Capella Sansevero nicht, weil die dortige Warteschlange wirklich zu lang ist. Hier wäre ein Online-Ticket mit Bestellung am Vortag ein Tipp gewesen. Am Abend gehen wir nochmals schön essen.